morgana81 - gothic transgender

Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[28.04.24 / 00:46] Ein Sparmonat … es gibt nichts zu tun. Keine Erlebnisse, ich bleibe die Wochenenden zu Hause, eingerollt in meiner Decke, auf meiner Couch, vor dem Fernseher. Die Tage von Montag bis Freitag gehen nur so dahin, ich mache Überstunden, meine 42- bis 45-Stunden-Woche (Programmieren ist aber auch eine sehr fesselnde Arbeit). Den Sonnabend mache ich dann gar nichts und den Sonntag nur die Heimarbeit: Küche (speziell den Kaffeeautomaten), Bad reinigen und Wäsche waschen, Schwarzes, Grünes, nach Farben sortiert. Nur den letzten Freitag bin ich mal nach der Arbeit noch in einen nahegelegenen Einkaufstempel bis kurz vor Ladenschluss einkaufen gegangen. Ich musste mir mal dringend neue (schwarze) Unterwäsche kaufen – und eine neue grün-schwarze Tunika! Ich konnte einfach nicht widerstehen und daran vorbeigehen. Von meinem Lieblingslabel, das Britische, mit der „Mode für die Mutter, wie für die Tochter“, das zeitlose Design soll beiden gefallen. Ein aufgedrucktes Tapetenmuster, ich kann das inspirierende Jahrzehnt des Schöpfers oder der Schöpferin nicht wirklich ableiten … Siebziger? Achtziger? Todschick.
Wo ziehe ich es an? Mit meinen Sneakern. Der schwarze Grundton: ich könnte es auch in nur wenigen Wochen zum großen „Gotik-Wochenende“ in Leipzig tragen – das Event, auf das ich hinfiebere – und welches gnadenlos teuer wird. Eine Hotelzimmerreservierung für fünf Nächte, preislich im Luxussegment … und das ist nur die alte Bruchbude im Norden, die ich schon immer buche. Daher mein Verzicht für den Monat April. Ich muss sparen.

Kaufe ich noch mehr ein? Vielleicht einen neuen Bikini? (Wirklich, brauchst du noch einen?) Die schicke Tunika bietet sich auch für die nächste große Reise am Jahresende an (so wie alle meine bunten Tunikas im Schrank). Es könnte nach Thailand gehen … Blick auf das Sparguthaben auf meinem Konto mit dem Budget für die nächste Reise: „Präzise 1,77 Euro.“ Und es hat sich schon seit Monaten nichts mehr daran geändert. Ich muss wohl noch mehr „Sparmonate“ einlegen.

[31.03.24 / 19:50] Zurück von einer Kurzreise nach Hamburg (tatsächlich liegt dieser Trip schon eine Woche zurück). Drei Punkte standen auf dem Programm: die Innenstadt sehen, eine Shopping-Tour machen und eine Kunstausstellung besuchen! Im Internet gebucht, hin und zurück erste Klasse Bahnticket und zwei Nächte in einem Hotel gleich gegenüber dem Ausgang vom Hamburger Hauptbahnhof (mit wirklich winzigen Zimmern).
Die Innenstadt innerhalb dem alten Stadtkern ist schnell abgelaufen, den ersten Tag mittags angekommen – ich will zur Alster, von mir bezeichnet als das „Wasserding“ da in der Mitte der Karte. Gar nicht so einfach, die Straßen sind alle so krumm gezogen, was aussieht, wie geradeaus, geht zehn oder zwanzig Minuten später in eine völlig andere Himmelsrichtung, als in meinem „Kopf-Navi“ angenommen. Wir orientieren uns an ein paar Fixpunkten, eine Kirche, ein Rathaus, die vielen Wegweiser, die ich von meiner letzten Reise in diese Stadt schon kenne.
Der erste Tag, ein Donnerstag, das markante Rathaus, die schönen Kanäle durch die Stadt (fast wie in Amsterdam), ein Fischbrötchen an einer Imbissbude (eher für Einheimische, kein Touristen-Nepp). Später den Abend dann schon einmal im Dunkeln den Weg zu der Kunsthalle finden. Aus dem Fernsehen habe ich mitbekommen, welche Ecke vom Hauptbahnhof wir lieber nicht entlang gehen sollten. Bettler quatschen uns ständig an, wir ignorieren.
Der zweite Tag, die Speicherstadt. Im besten Hamburger Wetter – Nieselregen. Für die Abende, wenn es nicht regnet, habe ich meinen leichten Wollmantel – für das nasse Wetter, meine Regenjacke … und meine, halbhohen „City-Gummistiefel“. Guck sie dir an, diese jungen Leute in ihren Turnschühchen!
Auch die Speicherstadt ist gut ausgeschildert, nur bei diesem Regendunst nicht ganz so leicht zu erkennen (die Schilder). Immer das Smartphone herauszukramen, ist zu umständlich – wir benutzen eine Faltkarte aus dem Hotel, vollgestopft mit Werbung und einem winzigen Kartenabschnitt mit allen Sehenswürdigkeiten.
Die Speicherstadt habe ich mir anders vorgestellt – bzw. anders in Erinnerung – ich dachte, das wären so Grachten und in der Mitte tuckert ein Boot mit der „großen Hafenrundfahrt“. Die vielen, manchmal schon mehrspurigen Straßen für die vielen Autos passen da nicht in das erwartete Bild. Wir lassen uns treiben und weichen auch ein paar Mal von den starren Routen ab.
Kleine, schmale Brücken für Fußgänger. Kopfsteinpflaster an der Mole vor den großen, mehrstöckigen Speichern. Ein Gewürzmuseum finden wir (ich erfahre viel neues über Chili) und eine Kaffeerösterei. Speziell hier drin sind mir viel zu viele Touristen, ich will wieder rüber in die Altstadt, dort soll es ein schönes, kleines Kaffee geben, das wie ein Kolonialwarenladen aussieht und in dem wir schön sitzen können, bei Kaffee und Kuchen. Über eine interessante Kirchenruine den Nachmittag wieder zurück zum Hotel. Abendessen beim Italiener gleich unten neben dem Eingang (welcher auch ein Frühstücksbuffet anbietet).
Der dritte Tag und auch wieder der letzte. Leider sind am Hauptbahnhof alle Schließfächer belegt und wir müssen unsere Koffer – bzw. ich nur meine Tragetasche – mit uns herumschleppen. Noch einen halben Rundgang um die Binnenalster, bei Sonnenschein und Regen (oder Hagel, oder Graupel, Eisklumpen von oben). Eine Bushaltestelle am Jungfernstieg – ich habe alles dabei, meinen ganzen Kleiderschrank, mein Wollmantel landet eingerollt in meiner Tasche, meine Regenjacke ziehe ich schnell wieder über, die praktischen Wildlederschuhe in Hi-Top Sneaker-Optik müssen so gehen.
Noch eine letzte Runde durch die Innenstadt, so langsam kennen wir uns aus. Ein arabischer Mokka in einem Café an einem Kanal, ein günstiges Mittagessen in einem Food-Court in einer Shopping-Mall und später dann mit dem Nachmittagszug erste Klasse zurück. Punkt Stadtbesichtigung abgeschlossen … das mit der Reeperbahn ging dieses Mal nicht, zu wenig Zeit, zu viele gegenläufige Interessen.
Zweiter Punkt: die Shopping-Tour. Was will ich einkaufen? Ich brauche noch extralange, schwarze, flache Schnürsenkel für meine neuen Hi-Top Vans (Weiß geht gar nicht, total ungruftig). Ich bin schon länger auf der Suche nach einer weiteren, schwarzen Jeans – nachdem ich meine alten zwei mit Boot-Cut-Schnittform in die Altkleidersammlung gegeben habe, in meinem Bestand befinden sich jetzt nur noch zwei im geraden Schnitt, eine gekürzte für den Sommer und die Skinny-Stretch – aber die ist Anthrazit. Vielleicht wieder eine mit weitem Bein?
Den ersten Nachmittag laufen wir schon durch alle Läden, bis Anbruch der Dunkelheit, mehrere Levi's Boutiquen – die schwarze Boot-Cut-Jeans gibt es nicht mehr im Sortiment. Schnelles Abendessen beim Inder am Bahnhof. Wenigstens schwarze Schnürsenkel habe ich bekommen: „180 cm“, viel zu lang? Wenn die tatsächlich viel zu lang sind, dann nehme ich die eben für meine anderen Stiefel.
Der zweite Tag – auch die Speicherstadt-Tour. Ein weiterer Einkaufspunkt auf meiner Liste: Kaffee. Am besten den neapolitanischen – helle Röstung, 70-30-Blend, Arabica und Robusta. In der großen Kaffeerösterei bin ich, umzingelt von den vielen Menschen, vollkommen überfordert. Ich fühle mich wie in einer „Touristenfalle“. Später dann in dem kleinen Kolonialwarenladen / Café habe ich ein viel besseres Einkaufserlebnis und kann die 250g Tüte mit der gewünschten Röstung auch gleich bei einer warmen Tasse mit Blick auf das Wasser genießen, bzw. ausprobieren. Den Nachmittag noch einmal durch alle Einkaufsläden und Warenkaufhäuser, meine Begleitung sucht auch noch etwas für sich, ich kaufe die nächsten Schnürsenkel … so auf Vorrat, 160 cm, falls die anderen dann doch zu lang waren [Anm. der Verfasserin: Waren sie nicht, 180 cm hat für die Hi-Top-Sneaker genau gepasst.]
Der dritte und Abreisetag, den mit dem ganzen Gepäck. Nach dem Mokka in der Innenstadt finden wir die Straße mit den ganz teuren Geschäften. Mein Budget ist streng kalkuliert, für so etwas habe ich kein Geld. Irgendwo hier soll es noch ein Outlet eines nicht näher benannten Online-Händlers für Mode und Bekleidung geben (warum trenne ich diese beiden Wörter).
In dem Outlet, in der zweiten Etage für Damen, entdecke ich einen kleinen Stand mit der Aufschrift „Designer“ – der ganze andere, billige Schrapel ist „Bekleidung“, die Designer-Sachen sind „Mode“. Ich wühle mich durch. Jede Jeans eng dicht an dicht. Den Abend vorher habe ich in einem anderen Laden eine graue Levi's gesehen, leider zum normalen Preis und „cropped“ (nicht das, was ich suche). Hier in dem Outlet entdecke ich eine anthrazitgraue Cargo-Jeans von dem spanischen Mode-Label, von dem ich schon einige, hübsche Sachen habe. Wird sie mir passen? Zur Anprobekammer.
Falsch ausgewählt. Ich habe ganz vergessen, ich muss bei spanischen Sachen eine Nummer größer nehmen. Zum Glück sind da noch zwei Exemplare auf der Stange. Zurück vor dem Spiegel in der Anprobe … Cargo. Zwei flache Taschen rechts und links am Bein, die Jeans selber Slim-Fit. Solche Art Hosen (aber viel weiter) habe ich in meiner Militärzeit schon getragen. Diese hier sieht recht schick aus – ich werde sie mit militanten Schnürstiefeln kombinieren! Die mit dem hohen Blockabsatz … gekauft. Wenn ich den Sommer mal wieder auf einen Rave oder auf das nächste Festival gehe …
Auch der Einkaufspunkt ist abgehakt … aber der eigentliche Grund, warum wir hier sind, ist der Besuch der Kunstausstellung mit den Gemälden eines Künstlers um die Jahrhundertwende zwischen 1780 und 1840. Der, der die schönen „gruftigen“ Landschaftsbilder gemalt hat. Der zweite Abend auf unserer Reise, die Ausstellung ist ausverkauft, Wochen zuvor gingen bei der Online-Reservierung die Tickets schon im Minutentakt weg. Wir haben zwei Reservierungen für den Abend.
Angekommen im Foyer des Ausstellungsgebäudes der Hamburger Kunsthalle, ist es viel zu voll. So viele Menschen. Ich schließe meinen Wollmantel und meine kleine Handtasche in dem Schließfach an der Garderobe ein. Der Fluss an Menschen schiebt sich durch die Räume der Ausstellung. Es ist warm und feucht – viel zu viel Stress für die Bilder. Einige Menschen haben Masken auf, einige husten – ich huste nur so zum Spaß, um etwas Platz zu bekommen. [Anm. der Verfasserin: Und werde mich das kommende Wochenende nur so dahinschleppen und elendig infizieren]. So schöne Bilder zu betrachten.
Hier und da können trotz der großen Menschenmenge immer wieder einige gesittet vor den Bildern stehen und die detailreiche Gestaltung des Malers bewundern. In einem Raum sind auch Exponate von Künstlern ausgestellt, die sich von ihm haben beeinflussen lassen. Ich freue mich über die Richtung und erkenne schon die ersten Züge meines geliebten Impressionismus. Der ursprüngliche Maler selbst, dem die Ausstellung gewidmet ist, wird eher der Romantik zugerechnet. Was ich nicht wusste: viele seiner Bilder sind konstruiert und müssen nicht unbedingt die wirkliche Welt abbilden.
Der Gong ertönt, die Besucher werden freundlich gebeten, die Ausstellungsräume gegen Ende zu verlassen. Wir verpassen den Ausgang, biegen falsch ab – und befinden uns wieder in dem kleinen Rundgang durch die Räume. Ein großes Gemälde muss ich noch einmal ungestört bewundern und im Detail erfassen, bevor auch wir uns dem Ausgang zuwenden. An der Kasse für die Souvenirs und Bücher ist alles voll, die Bediensteten haben Mühe, die ganze kunstinteressierte Menschenmenge zum Gehen zu bewegen. Ich nehme noch einen Kühlschrankmagneten mit – praktischerweise befinde ich mich damit gleich an der Kasse zum Bezahlen (ich habe mich ganz bestimmt nicht vorgedrängelt, es ist „einfach so“ passiert). Den Abend wieder zurück zum Hotel.
Gehe ich noch aus? Es ist Freitag Abend … aber ich wüsste nicht, wo ich hin sollte. Der eine „optionale“ Punkt mit dem Ausgehen, ist nicht Teil dieser Reise.

[02.03.24 / 21:48] Ich will mal wieder eine ganze Nacht lang ausgehen – so wie früher: mit dem Zug abends hin und morgens wieder zurück, ohne Hotel. Die letzten schlaflosen Nächte haben mir wieder gezeigt, dass das geht – egal, ob ich die Nacht vorher nicht geschlafen habe, ich bin den nächsten Tag hellwach und topfit auf Arbeit (und wieder haarscharf an einer nächsten „über-64-Stunden-wach-Phase“ vorbei). Das Outfit steht für den Sonnabend Abend bereit: es müssen die spitz zulaufenden, schwarzen Stiefeletten mit den kubanischen Absätzen sein, es muss die anthrazitgraue Skinny-Jeans sein, es muss ein schwarzer Rollkragenpullover sein und er muss optimal zu meinem schwarz-weißen, lässig geschnittenen Long-Blazer passen! Endlich ziehe ich ihn an …
Seit ein paar Wochen weiß ich, dass in Leipzig wieder eine queere Disco-Nacht stattfindet, weit im Südosten, ein noch mir unbekanntes Haus in der Nähe von Bahngleisen und einer markanten Autobrücke. Der Veranstalter ist mir vertraut, nicht unweit dieser Venue war ich vor ganz vielen Jahren (2004?) bei einer seiner ersten Partys in einem Disco-Keller irgendwo in Plagwitz (da bin ich noch mit meinem alten Fiat die Nacht von Wernigerode aus hingefahren – und den Morgen wieder zurück). Ein Ticket habe ich nicht, ich verlasse mich auf die Abendkasse und die Bahntickets für den Regionalzug ziehe ich sowieso „ganz spontan“ am Automaten im Zug.
Sonnabend früher Abend, die Dusche mit dem parfümierten Duschbad, einen zweiten, anschließenden Sprühstoß quer über den Nacken mit dem dazugehörigen Parfüm („Rendez-vous nocturne …“) erspare ich mir – bzw. den anderen, späteren Fahrgästen im Zug. Mascara, Kajal, mein neuer, großer Spiegel in meinem neuen Bad (ich muss unbedingt hier mehr Beleuchtung einbauen, in irgendeiner Schublade liegt noch die LED-Leiste aus meiner alten Dachgeschosswohnung in Leipzig). Kein Abendessen für mich – und kein Geld, das ziehe ich mir vor Ort am Hauptbahnhof. 19 Uhr nochwas, ich steige in den Zug nach Leipzig.

Die Nacht unterwegs nach Leipzig / Februar 2024 / Alter 42
Der erste Zug von Wolfsburg kommend ist noch voll, der zweite Anschlusszug ab Magdeburg ist wieder gemütlich leer, ich kann die ganze Fahrt über Solitaire auf meinem Smartphone spielen. Nur der Zwischenstopp mit ungeplanten Umstieg irgendwo bei Dessau weckt mich aus meiner Routine. Je näher ich Leipzig komme, desto mehr erhellt sich mein Gesicht. Ich schaue aus dem Fenster: Da, dahinten. Irgendwo da habe ich mal gewohnt. Einfahrt in den Leipziger Hauptbahnhof. Toilette und Geldautomat, es muss nachher noch für ein Taxi zurück reichen.
Draußen die Straßenbahnhaltestelle vor dem Hauptbahnhof … Leipzig hat sich irgendwie verändert? Zu viele Menschen die zu sehr „asi“ wirken – und ich meine nicht die Obdachlosen, die hier sowieso immer sind. Weiter mit der Straßenbahn den späten Abend in der Dunkelheit nach Plagwitz. Günstig kalkuliert, mein Länderticket für einen Tag beinhaltet auch den öffentlichen Nahverkehr. Wenn ich später nicht mehr an der Abendkasse vorbeikomme, ich könnte noch bis drei Uhr nachts kreuz und quer hin und herfahren und mir etwas Neues suchen. Es gibt für diese Nacht noch einiges mehr an „Plan B“ in Leipzig.
Die Straßenbahnhaltestelle um kurz vor 23 Uhr, einsam und menschenleer. Ich kenne mich hier aus, zu viele Clubs in verlassenen Industrieanlagen, die nicht mehr existieren. Ich laufe die Straße entlang zu der Autobrücke über die Bahngleise. Der neue Club müsste sich schnell finden lassen, so markant wie er auf der Karte liegt. Ich biege auf einer Ecke ein und laufe eine Fußgängertreppe nach unten, die Laternen an den Bahngleisen erleuchten alles. Der neue Club, ein altes Haus, DDR-Stil, Graffiti an den Wänden zu der Brücke. Es wirkt interessant. Nach und nach kommen die ersten Gäste und ich bin nicht mehr alleine.
Die Treppe runter zu dem Kellereingang, vor mir sind vielleicht nur zwei oder vier Personen, der „Thrill“ ohne ein Ticket. „Gibt es noch eine Abendkasse?“ – „Ja, wir haben noch ein paar wenige Resttickets.“ Der Mann öffnet nur kurz die Tür und informiert die wartenden Gäste, dass der Einlass sich noch um ein paar Minuten verzögern könnte. Wenig später, 23 Uhr plus, es geht rein.
Mein Stempel auf meinem Handrücken, ich habe es geschafft. Ein paar Schritte von der Kasse entfernt, eine kleine Treppe hoch, die Garderobe – meinen flauschigen Wollmantel abgeben – eine kleine Sitzecke, wissen, wo die Toilette ist und ich betrete durch einen schmalen, dunklen Gang die kleine Tanzfläche. Ist es das? In den paar Sekunden habe ich den ganzen Club abgelaufen? Neben der Tanzfläche liegt noch eine Bar, sie ist noch im Dunkeln. Ich laufe ein paar mal hin und her, frage den netten Mann an der Garderobe, die Bar macht später noch auf. Er deutet auf die Kasse die Treppe runter, das ist auch eine kleine Bar (ist mir gar nicht aufgefallen). Es kommen weitere Gäste.
Auf der Tanzfläche, die erste DJane legt ein paar Italo-Classics auf – zu schön für mein Outfit. Mein Long-Blazer unterstreicht die Achtziger-Jahre-Note. Ich performe zu der Musik, ich kenne sie in- und auswendig. Die stilvolle Beleuchtung oben an der Decke fällt mir auf … so schön düster und elegant. Noch habe ich viel Platz zum Tanzen.
Mehr Gäste, mehr Leben, mehr tanzen und umherlaufen, meine Flasche Club Mate in der Hand. Transvestiten? Irgend etwas mit trans? Drag Queen Entourage! Ich bin nicht die einzige auf dieser queeren Party. Die Drag Queen bezeichnet sich selbst auch als trans. Ins Gespräch komme ich nicht, sie fallen mir nur auf. Transsexuelle Frauen und Transvestiten begegnen sich nicht, sind grundverschieden, tolerieren sich nur gegenseitig.
Die Temperatur in dem kleinen Club steigt, der schwarze Rollkragenpullover landet eingerollt in meiner Handtasche – diese wiederum für ein paar Cent mehr an der Garderobe. Endlich befreit kann ich noch mehr tanzen. Der zweite DJ, der Veranstalter höchstpersönlich, und wenig später die Nacht, der dritte, gebuchte DJ. Ein Wahnsinns-Set – er legt noch echtes Vinyl auf. Die zweite oder dritte Limonaden-Flasche in meiner Hand, den Blazer leger über meinem Arm, nur noch die Jeans und das schwarze Spaghettiträger-Top, mein Nietengürtel blinkt in dem warmen und dunstig-nebeligen Club. Die Gruppe an Menschen umringt den DJ-Pult und tanzt sich in Trance.
Wie lange bleibe ich hier? Wie spät ist es? Bargeld ist in der Jeanstasche vorne, das Smartphone hinten am Gesäß. Auf der Toilette spüre ich den Duft von Kondomen, überall wird geraucht, nicht nur Nikotin. Irgendwann ist es nach um drei Uhr und ich suche zwischen den vielen Menschen einen Sitzplatz. Der DJ legt weiter auf, sein Set ist noch nicht vorbei. Ich muss wieder herunterkommen, etwas entspannen, mich auf das Gehen vorbereiten. Stimmen überall, so viele Menschen, Italienisch, Spanisch, mehr.
Kurz vor vier Uhr, die kleine Sitzecke an der Garderobe. Die blinkenden LED-Textlaufbänder faszinieren mich, eine Kunstinstallation? Das Gemälde unten am Eingang ist mir aufgefallen, vielleicht habe ich es schon einmal in einer Galerie hier in Leipzig gesehen. Ich hole meinen Mantel und meine Handtasche an der Garderobe ab. Für das Anziehen aller meiner Schichten lasse ich mir viel Zeit. Auch wenn ich weiß: um fünf Uhr geht der erste Zug.
Draußen, es ist kalt. Mein Mantel eng zusammengeschnürt. Diese Stille, dieser Kontrast. Die Treppe hoch zu der großen Brücke und weiter im Schein der Laternen zu den großen Kreuzungen. Irgendwo hier muss ich ein Taxi anhalten, immer wieder drehe ich mich beim Laufen um, ob eines hinter mir ist. Eine zentrale Straßenbahnhaltestelle, einige Partygäste von irgendwo. Die ersten Straßenbahnen fahren bereits diesen frühen Sonntag Morgen. Ich glaube nicht, dass sie auch bis zum Hauptbahnhof fahren (auch wenn in Leipzig so gut wie alles über den Hauptbahnhof fährt). Mein Budget ist auf eine Taxifahrt ausgerichtet. Ich habe bereits die Nummer auf meinem Telefon gewählt, als ich am Ende der Straßenbahnhaltestelle inmitten der großen Kreuzung ein Taxi anwinken kann. „Zum Hauptbahnhof.“ Jetzt aber schnell, es ist schon nach 4:30 Uhr und der Zug geht in wenigen Minuten (25 bis 30 Minuten).
Der Taxifahrer nimmt eine direkte Route, angekommen am Taxistand am Hauptbahnhof drücke ich ihm meine letzten 25 Euro Bargeld in die Hand, die 25 Euro, die ich ihm auch versprochen habe. Wie erwartet, der Bahnhof ist um diese Uhrzeit den frühen Sonntag Morgen voller Partyvolk. Niemand lebt noch in Leipzig, sie alle kommen aus den umliegenden Gemeinden. Mein Zug geht pünktlich, ich kann mir in dem hell beleuchteten Wagon einen freien Sitzplatz aussuchen. Leer ist es nicht, aber die anderen Partygänger, so wie ich, versuchen auch, etwas zu schlafen. Einzig unterbrochen von der jungen Schaffnerin / Zugbegleiterin, die die Tickets prüft.
Delitzsch, Bitterfeld … der Ort kurz vor Magdeburg? Ich muss eingerollt auf der Sitzbank etwas eingenickt sein, mindestens der Halt in Dessau ist mir entgangen. Es fühlt sich genauso an, wie vor zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren, als ich noch in meinem schwarzen Kapuzenpullover und der Leder-Jeans (und genau dem Nietengürtel) und meinen alten Springerstiefeln von einem Festival / Konzert / Clubnacht von irgendwo in Deutschland zurück gekommen bin. Ich fühle mich auch gleich zwanzig Jahre jünger und so jugendlich.
Magdeburg, der Umstieg in den anderen Regionalzug weiter in das Provinzkaff, das wenigstens ein Bahnhof und somit ein Tor zur Welt hat. Ein Nuss-Nougat-Croissant als mein erstes Essen nach zehn Stunden um sieben Uhr morgens. Keinen Kaffee, noch eine Stunde und ich bin zu Hause. Die schwarze Wimperntusche und den rauchigen Lidstrich habe ich mir schon im Zug mit ein paar Tücher zum Make-up-Entfernen weggewischt, in meinem Heimatkaff angekommen, im sonnigsten, frühmorgendlichen Sonnenschein unter blauen Himmel und aufgehender Sonne zu Fuß die paar hundert Meter zum Familien-Wohnhaus. Ich bin froh, dass ich meine Sachen nur auf die Couch werfen brauche und kurz darauf – gegen acht Uhr – mit zugezogenen Vorhängen in mein Bett fallen kann. Ich erwarte nicht, dass ich einschlafe, ich mache nur (wie im Zug) meine Augen zu … und schlafe doch bis Mittag. Sonntag …

[18.02.24 / 23:50] Ein sonniges Wochenende im Februar, Sonnabend Morgen … das Wetter hält? Die Sonne kommt noch raus? Ich habe ganz kurzfristig erfahren, dass diesen Nachmittag noch eine Demo in Magdeburg sein könnte – eine Demo gegen Rechts! Wie so viele die letzten Wochen zuvor, in ganz Deutschland, jetzt auch hier in Sachsen-Anhalt.
Ein breites Bündnis hat aufgerufen, zu breit, ich werde niemanden aus meinem Bekanntenkreis erwarten. Ich scherze noch: Wenn die AfD da nicht eingeladen ist, gehe ich nicht hin! In der Realität ist mein Umfeld viel zu sehr links, als dass sie bei irgend etwas teilnehmen würden, was von Parteien, Gewerkschaften und allen anderen mittig orientierte Institutionen organisiert oder unterstützt wird. Ich bin da, ich will dahin, mir ist es egal, jeder Mensch zählt. Wenn da mehr als zwanzig auftauchen, ist das schon richtig gut für dieses faschistische Drecksnest.
Den Regionalzug eine Stunde früher habe ich schon verpasst, ich lasse mir nach dem Frühstück genug Zeit. Ich nehme das Auto und bin auch so gegen 11 Uhr den späten Sonnabend Vormittag am Hauptbahnhof von Magdeburg. Mein Auto stelle ich wieder irgendwo in einem Parkhaus ab. Ich bin zu früh. Nicht mal mehr als zwei Polizeifahrzeuge sind auf dem einsamen Vorplatz zu sehen. Einen teuren Kaffee und ein Schokocroissant später auf der Sitzbank draußen … wenn ich schon einmal hier bin (und es noch ewig dauert, bis es losgeht), könnte ich doch auch noch Einkaufen gehen.
Zurück in die Einkaufspassage gegenüber dem Hauptbahnhof, der eine Klamottenladen hat ein schönes, grünes T-Shirt einer nicht näher genannten US-amerikanischen Marke … leider finde ich in dem ganzen Stapel nur noch die Größe XXL. Zurück nach draußen, es tut sich immer noch nichts auf dem großen Vorplatz – ohne anzuhalten drehe ich meine Runde von dem einen Ausgang wieder in den anderen Eingang des Einkaufstempels. Ein Schuhladen, hinten die Regale mit den Outlet-Angeboten, davor die „Boutique-Sneaker“.
Die letzten zwei oder drei Jahre blieb ich immer mit meinen Augen an den Vans hängen … kaufe ich sie mir irgendwann? Könnte das etwas für mich sein? Sind die szenetypisch und könnte ich mich damit in der Gothic-Szene blicken lassen? Oder werde ich dann merkwürdig angesehen? In meiner Plattensammlung habe ich auch ein paar Hardcore-Sachen, eine Scheibe ist sogar der (späteren) Skater-Hardcore-Punk-Szene zuzuordnen. Bei den Punk-Konzerten sehe ich in letzter Zeit immer häufiger Leute in diesen schwarz-weißen Turnschuhen herumlaufen. Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass sie äußerst bequem sein sollen. Ich probiere zwei Paare an, jeweils die eine Seite Hi-Top-Sneaker mit Plattform, die andere Seite ohne die erhöhte Sohle. Tatsächlich gefällt mir die Seite mit dem Plateau an meinem Fuß besser (wahrscheinlich sind sie durchgehend gepolstert und nicht nur hinten die Ferse). Ich kaufe sie! Verdammte YouTube-Influencer …
Mit dem Plastebeutel und dem Karton darin, verlasse ich wenig später wieder den Konsumtempel. Draußen sind jetzt schon viel mehr Menschen – und Polizisten. Meine neuen Turnschuhe (mit denen ich auch auf jeder nächsten Demo den Sommer latschen könnte) lasse ich in einem Schließfach unten in der Bahnhofsunterführung. Draußen bricht die Sonne aus den Wolken hervor und die Kundgebung beginnt. So irgendwann die eine Stunde nach Mittag.
Der Demozug setzt sich wenig später in Bewegung … es ist so still. Vielleicht sind es schon an die ein- oder zweitausend Menschen, wirklich breit gestreut, die schönen Menschen, nicht die hässlichen. Aber für mich ist es ungewohnt, finde ich mich sonst in einem schwarzen Block wieder, mit Seitentransparenten, ein paar Knaller, Flaschenwürfe, zerspringendes Glas und lauten Sprechchören – wirkt dies hier wie ein angenehmer Spaziergang. Die Polizisten sind bestimmt auch froh, eine friedliche Bürgerbewegung, da gibt es nicht viel zu tun … außer die wenigen, aufrichtigen Menschen vor faschistischen Idioten mit Gedankengift und Hass im Kopf zu beschützen. Von Störern bekomme ich nichts mit (die gibt es nur auf den CSDs).
Regenbogenfahnen, Antifa-Flaggen, Parteien – Links und Mitte, diverse Gewerkschaften. Ich orientiere mich an den paar, die dann doch ein paar Sprechchöre anstimmen und biege mit den anderen und den bunten Regenbogenflaggen auf dem großen Domplatz ein. Die Demo war eigentlich viel zu kurz für die paar vier Ecken rund um die Innenstadtstraßen von Magdeburg. Egal, die Sonne scheint, ich trage sogar meine übergroße Sonnenbrille (und meinen plüschigen, grau-schwarzen Mantel).
Hinter mir der Dom, die Demo vom letzten Jahr, da drüben stand ich mal. Ich glaube, jetzt wurden hier mit zwei- bis dreitausend Menschen doch mehr mobilisiert, als letzten Sommer hier die Rechtsnationalen waren (oder für was auch immer die sich halten, ich bin da szenefremd). Redebeiträge, die aktuelle CDU-SPD-(et.al.)-Koalition, was doch einige vom Kommen abgeschreckt hat, die Kirche, die Gewerkschaften und ein paar der Vertreter der Uni und der Hochschule mit den noch besten Texten (ich bin aber auch beeinflusst, als ehemalige Studentin). So wie sich die Sonne über dem Dom schiebt und den gepflasterten Platz in immer schöneres Licht taucht, verschwinden immer mehr Menschen, und als die Demo / politische Veranstaltung den Nachmittag offiziell beendet wird, ist nur noch ein kleiner Haufen übrig. Immerhin war wenigstens jemand da. Das wird noch hässlich werden bei der nächsten Landtagswahl (ich fürchte schlimmes).
Ein Eis im schönsten Sonnenschein, die Menschen verstreuen sich, die Schlange vor dem italienischen Eiskaffee um die Ecke ist noch lang. Ich setze extra meine Sonnenbrille noch einmal auf und verschlinge schnell die Kugel Stracciatella auf der Waffel. Weiter den Nachmittag zu der anderen Einkaufsmeile ein paar hundert Meter entfernt (dort wo mein Auto parkt).
Hier gibt es den einen Laden mit dem US-amerikanischen Modelabel, vorher noch schnell einen indischen Schnellimbiss, weiter hinein in die prallgefüllte Shopping-Mall. In dem Laden erzähle ich dem Verkäufer, dass die da in dem anderen Laden so ein schönes, grünes T-Shirt hatten. Er kommt wenig später aus dem Lager zurück und zeigt mir ein Exemplar – in meiner Größe. Es ist sogar noch schöner mit dem leicht veränderten Flock-Print auf der Vorderseite und dem Glitzer drumherum (das würde sicher bestimmt gut zu meinen neuen Sneakern passen). Ich kaufe es! Nach dem Anprobieren in der Umkleide fliegt meine Plastikkarte erneut über das Bezahlterminal. Weiter die Rolltreppen hoch und runter über die anderen beiden Etagen und die vielen Geschäfte (aber ich werde nichts weiter einkaufen). Die Sonne nähert sich langsam dem Untergang. Zurück zu Fuß zu dem Schließfach am Hauptbahnhof und denselben Weg wieder zurück zu dem Einkaufszentrum mit dem Laden von eben und mit dem Fahrstuhl runter in die Tiefgarage zurück zu meinem Auto.
Den Beutel mit dem Schuhkarton lege ich in den Kofferraum, mein neues T-Shirt ist auch mit dabei. Es ist bestimmt zweiundzwanzig Grad hier unten und mein Wollmantel und mein Schal und meine gefütterte Steppjacke und mein schwarzer Kaschmirpullover waren vielleicht doch etwas zu viel für heute. Mit dem Auto die fünfundzwanzig Kilometer zurück nach Hause.

Antifaschismus ist auch Kapitalismuskritik? Mein Konsumfetisch und mein Ziel, mein gesamtes Vermögen in die schlimmsten und profitabelsten Dinge zu investieren, um innerhalb der nächsten drei Jahre zu den obersten zwanzig Prozent zu gehören, steht vielleicht etwas in Konflikt zueinander – zu meinen links-grünen Idealen.

[21.01.24 / 00:42] Mein Club liegt in Connewitz, weit im Süden von Leipzig, das eine „besetzte“ Haus (zumindest in der Gegend). Tickets gibt es nur an der Abendkasse, auch hier bin ich wieder überpünktlich und stehe kurz vor 19 Uhr vor dem Eingang des Gebäudes in dem dunklen Hinterhof. Es ist arschkalt (zum Glück trage ich noch eine olivgrüne Steppjacke drunter). Irgendwann geht die Tür auf, mit mir sind schon einige angereiste Gäste da. Eintritt bezahlen, Stempel auf die Handfläche abholen. Der Club ist kalt, die Tür zur Treppe nach oben, wo die Bands auftreten sollen, finde ich nicht gleich, wähne sie noch geschlossen. Es dauert bestimmt noch eine Stunde, bis hier alles losgeht. Zeit für ein Abendessen.
Wieder draußen auf der Straße vor dem Hinterhofeingang zu dem Club, das Ding daneben, ich dachte, das wäre mal ein veganer Burger-Laden gewesen, jetzt ist es ein kleines Restaurant (der tatsächliche Burger-Laden ist eine Straße weiter). Nicht ganz, was ich suche – quer über die Straße erblicke ich einen hell beleuchteten Döner-Imbiss. „Falafel-Teller“, der Mann am Grillspieß hat gute Laune, ich bestelle mir mein kleines Essen und nehme auf einer der Sitzbänke in dem kleinen Bistro Platz. Ich bin so froh, dass ich kein aufwendiges Make-up mehr im Gesicht trage, ich kann großflächig alles wieder mit einer weißen Papierserviette abwischen: „… mit scharfer Soße.“
Zurück in dem Club – das „Sozio-kulturell-links-autonome-Zentrum“ von Leipzig – die bunt angemalte Bude mit den vielen Plakaten von unzähligen Punk-Konzerten auf mindestens drei Etagen verteilt. Es sind mehr Leute da, ich zeige meinen Stempel unten am Eingang und schiebe mich die Treppe hoch nach oben, in dem kleinen Saal mit der noch viel kleineren Bühne. So viele gute Bands habe ich hier schon gesehen. Weiter an die Bar, den obligatorischen Club Mate bestellen? Ich probiere erst die kleinere Flasche Mate-Cola – keinen Alkohol für mich.
Nicht wenig später, die erste Band betritt die Bühne und beginnt zu spielen, diese Nacht sind alles Bands aus dem Synth-Wave-Umfeld, ich mag die junge Sängerin, sie trägt auch so einen schönen, „plüschigen“ Mantel wie ich … hätte ich eine Tochter, würde sie bestimmt genau so aussehen. Zusatzinfo: Ich bin überzeugt, ich habe eine 19-jährige Tochter irgendwo in einem Paralleluniversum, das in dem eine Entscheidung (2004) anders ausfiel und es sich so aufgesplittet hat (tatsächlich ist sie die Tochter meines Paralleluniversums-Ich). Keine Ahnung, was ich hier trinke oder welche türkis-blaue Pille ich da in dem Dönerladen eingeworfen habe, aber ich bin jetzt hier und mir geht es gut.
Nach der ersten Band erkunde ich wieder das Gebäude, die Toiletten sind eine Etage höher, unten hinter dem Eingang ist diese Nacht eine zweite Tanzfläche offen … es kommen immer mehr Leute. Wieder auf der zweiten Etage sehe ich ein Plakat für diese Nacht, unten fand ich schon die Timetable, bis zu dem Haupt-Act für mich – für das ich extra angereist bin – gegen Mitternacht, treten noch ein paar andere Bands auf. Schön, dass ich jetzt mit einem Foto des Plakats auch die Bandnamen habe, ich weiß sonst nie, welche Band tritt da jetzt eigentlich auf? Zu Schade, wenn mir eine gefällt und ich den Namen gar nicht kenne. Dicht daneben sehe ich noch ein anderes Plakat: Mist! Es gab doch wieder eine Party den 30.12. – ich hätte nicht unbedingt wieder mich für mein „Anti-Silvester“ isoliert zu Hause einschließen müssen. Die schwere Tür neben mir wieder zurück in den Saal mit der Bühne.
Die nächste Band, ein betagter Herr, die Musik gefällt mir, tanzbar, Wave, Synthesizer. Um mich herum die anderen Menschen finden die Musik auch gut. Es wird langsam eng zum Tanzen. Die nächste Band, meine Steppjacke liegt eingerollt in meiner Handtasche, meinen Mantel kann ich über meinen Arm hängen, von diesen beiden Künstlern kenne ich nur einen, im Auto höre ich mir manchmal den Sampler eines Plattenlabels an, die etwas von ihm veröffentlicht haben. Leider ist er diesen Abend nicht da, sein Partner entschuldigt sich und liefert eine für mich interessante Performance: die natürliche Evolution, nach Italo-Disco kommt Italo-House! Es war nur eine Frage der Zeit, bis die schwarze Gothic-Szene auch diese Stilrichtung elektronischer Musik aufsaugt und sie in etwas neues und düsteres umwandelt. Gefällt mir (als hätte ich nicht denselben Gedanken gehabt, was ich mit meinen Synthesizern als nächstes anstellen könnte).
Zwischen den Bands, die Treppe hoch zur Toilette … mein Atem kondensiert, es muss auch hier kalt sein, geheizt wird nur unten, wo die vielen Menschen sind. Meistens gehe ich kurz raus, frische Luft atmen (es ist ein Raucherclub), aber diese Nacht ist anders: kurz vor Mitternacht herrscht unten an der Abendkasse Einlasstopp, ich kann meinen Mantel gleich wieder ausziehen und wieder umdrehen … zu viele Menschen. Oben die nächste Band, viel bekomme ich nicht mit, ich werde weiter nach hinten gedrückt und stehe schon fast mit meinem Rücken an der Bar. Eine lokale Band? Ich kann mich nicht einstimmen, sie fängt mich nicht. Ich schiebe mich zwischen den Menschen wieder nach draußen, die Treppe runter zu der anderen kleinen Tanzfläche. Endlich weniger Menschen, ein paar Songs zu der aufgelegten Musik des DJs tanzen. Vertraute Musik, sie laufen bei mir auch das Autoradio hoch und runter.
Gefühlt kurz nach Mitternacht, wieder hoch zu dem Haupt-Act, für das ich hierher gekommen bin. Ich habe ihn schon ein paar mal live gesehen, kenne seine Musik. Äußerst tanzbar, elektronisches Zeug. Ich sichere mir einen Stehplatz in der Mitte vor der Bühne, will nicht wieder nach hinten weitergereicht werden. Egal, ob ich nur wenige Zentimeter zum Tanzen habe, egal, ob es zu so viel (unfreiwilligen) Körperkontakt kommt, ich angerempelt und geschubst werde – ich will ihn sehen! Ich kann in seiner Musik mitgehen, die Augen schließen, alles um mich herum vergessen. Es wird ein langes Konzert, er gibt mehrere Zugaben? Er spielt sein Set durch – ohne Pause.
An der Deckendekoration erkenne ich, wie ich mich durch den Raum und die Massen bewegt haben muss, nach dem letzten Auftritt wird es etwas lockerer – aber es sind immer noch genug Menschen da. Menschen. So viele Menschen. Ein zweites Getränk an der Bar, die Club-Mate-Flaschen, die ich verschließen kann. Tanzen, die ganze Nacht, so weit der Plan. Ich bin unten auf der kleinen Tanzfläche, irgendwo gegen 2:30 Uhr soll hier noch ein Live-Techno-Set kommen. Gerüchteweise. Es bleibt kaum Platz zum Tanzen. Die DJane legt wirklich gute Sachen auf – anders als oben, geht sie mehr in die Punk-Richtung.
Wenig später, das Set mit den harten, elektronischen Beats … live gespielt? Der Künstler überzeugt mich. Ich wünschte, ich könnte mich in Trance fallen lassen – aber es ist so eng auf der kleinen Tanzfläche! Und die da neben mir quatschen die ganze Zeit und übertreffen noch mehr die Lautstärke! Furchtbar! Ich stehe an der Wand, ich drehe mich zur Wand, suche in dem Lichtgewitter meinen Schatten. Wenigstens gegen Ende des Sets kann ich mich woanders vor der kleinen Bühne positionieren und noch einmal einen Versuch wagen, meiner Realität zu entkommen. Harte, industrialisierte Beats.
Weiter die Nacht, ich bin wieder oben auf der Tanzfläche. Die DJs sind bis fünf Uhr morgens geplant. Es ist vier Uhr nochwas und der letzte DJ legt sein Set auf. Ich bin immer noch meine wenigen Schritte tanzen, meine Handtasche und mein Mantel liegen nie mehr als ein oder zwei Meter von mir entfernt irgendwo am Rande an einer Mauer des Clubs, mal auf einer Bank, mal in einer Ecke. Wie lange bleibe ich hier noch? Gerechnet: wenn ich zwölf Uhr mittags wieder aus dem Hotel raus sein muss, bis elf Uhr schlafe, mit fünf Stunden Schönheitsschlaf … sechs Uhr mein Make-up entfernt habe und ins Bett falle – reicht es aus, wenn ich um fünf Uhr hier verschwinde. Irgendwo gegen halb fünf den Sonntag Morgen, der DJ spielt mal einen langsamen Song an … Zeit runterzukommen und so langsam zu gehen.
Unten an der verlassenen Abendkasse, ich streife meine Steppjacke und meinen Mantel wieder an. Zurück nach draußen in die winterliche Kälte dieser eisigen Januarnacht. Zurück zu meinem geparkten Auto. Zurück ins Hotel. Ein Fuchs überquert die Straße … oder war das schon bei der Hinfahrt?
Zurück im Hotelzimmer, es dauert immer eine ganze Weile, bis ich das Badezimmer abgeschminkt verlasse. Ich lege alles bereit für den Morgen nach dem Aufwachen, gezielt um am wenigsten Zeit zu benötigen und am längsten zu schlafen bis zu dem Hotel-Check-out. Auch diesen Sonntag Mittag (nach weiteren fünf Stunden Schlaf) verläuft alles nach Plan. Nur kennengelernt habe ich die Nacht niemanden. Wurde ich angesprochen? Verträumt an der Toilette wartend: „Rück mal einen Stück nach vorne!“ Auf Gothic-Partys geht nie etwas, alle meine Liebhaber, für kurze Momente, habe ich auf queeren Partys kennengelernt.

Sonntag spät nach Mittag, die Leipziger Innenstadt, mein Auto steht im Parkhaus am Bahnhof. Ich will in der Innenstadt dieses eine Bistro ausprobieren, in dem man (frau) gut frühstücken kann. Es ist tatsächlich gut (auch wenn es keine Croissants gibt), aber für fast 20 Euro wird es vielleicht nicht doch etwas, was ich in ein paar Monaten, Pfingsten zum Gothic-Wochenende, jeden Tag mir leisten kann. Weiter zum Hauptbahnhof. Bevor ich Leipzig wieder verlasse, zieht es mich den Sonntag zu den offenen Boutiquen in der Bahnhofspassage, eine nicht näher genannte Kette, überall zu finden in Deutschland, für günstigen Modeschmuck. Nach dem günstigen Mittagessen bei dem Buffet-Inder, verliere ich mich in den Auslagen billigen Silberschmucks … mehr oder weniger billig, ich greife gezielt zu den 925er Sterling-Silber Ohrklemmen mit den Zirkonia-Steinen, meine letzte Ohrklemme aus der Drogerie habe ich leider letztes Jahr in dem Hostel liegengelassen, jetzt sind wieder zwei neu in meinem Bestand. Ich ziehe meine Karte über das Bezahlterminal und mache mich weiter auf den Weg zum Durchgang zum Parkhaus. Zurück zu meinem Auto. Zurück auf die Autobahn. Wenigstens mal wieder eine Nacht ausgegangen. (Ende Teil 2/2)

[21.01.24 / 00:41] Ich will mal wieder ausgehen und tanzen. Irgendwo in Leipzig im Süden ist ein Wochenende im Januar ein Abend – besser eine Nacht mit vielen interessanten Bands und DJs. Ich buche gerade mein Hotelzimmer für Pfingsten in vielen Monaten und nehme die eine Nacht das Wochenende im Januar gleich mit. Nur eine Nacht, Sonnabend bis Sonntag, mit dem Auto, das Hotel im Norden, das ich so gut kenne. Werde ich ihm eine Nachricht schreiben? Nein. Das wird ein Wochenende ganz für mich, nur Disko und Tanzen … und außerdem sind für die eine Nacht so viele Bands geplant, die spielen bestimmt bis drei Uhr nachts.
Das Wochenende rückt näher, den Sonnabend bin ich schon ganz aufgeregt und husche die Treppe hoch und runter, Beine rasieren, Rest des Körpers rasieren, Schamhaare trimmen. Mein neues Badezimmer unten hat noch keinen Spiegel, ich muss hoch in mein altes Badezimmer unter dem Dachboden an meinen großen Spiegel – den, der bis runter zum Waschbecken reicht, 110 cm x 90 cm. Make-up werde ich erst später im Hotel auftragen. Was ziehe ich an?
Zurück in meinem Ankleidezimmer – aka der begehbare Kleiderschrank – wühle ich meine Sachen durch, der schwarz-weiße Blazer auf der Kleiderstange bleibt ungetragen, ich weiß, dass es in dem Club keine Garderobe (und keine Heizung) gibt, ich werde wohl meinen schwarz-grauen Wintermantel die ganze Zeit anbehalten … mein französischer Waterfall-Cardigan aus Wolle, ungefüttert. Ich entscheide mich für das schwarze Kleid etwas dicker gestrickt. Aber eigentlich suche ich nur etwas, was am besten zu meinen hohen, schwarzen 18-Loch Schnürstiefeln passt … die ohne Absatz, ich werde die ganze Nacht bis in den Morgen vor der Bühne stehen müssen. All meinen Silberschmuck noch mit angelegt, die Waschtasche in meine große Umhängetasche, die Stiefel in den Kofferraum meines Autos in der Garage. Sonnabend Nachmittag, auf der Autobahn unterwegs nach Leipzig.
Kein Stau, keine Verzögerung, kein Eis, keine Glätte, keine Traktoren – ich bin präzise 17 Uhr nochwas an dem Hotel angekommen, so viele Nächte habe ich hier schon verbracht, ich hatte mal eine „Affäre“ mit jemanden, der hier nicht unweit entfernt in seiner Wohnung gelebt hat. „Sie kennen sich aus?“, netter Spruch des älteren Mannes an der Rezeption.
Im Zimmer, meine Sachen ausbreiten, alles, was ich die Nacht brauche, auf das Bett, alles, was ich die nächsten Minuten verwende, daneben. Die Dusche im Bad, mein orientalisches Duschbad passend zu dem schweren Parfüm – ich mag es so sehr: Jardin Bohème Rendez-vous Nocturne – allein schon der Klang des Namens … eine verführerische Begegnung die Nacht. Ich bin frei, ich weiß nicht, was passieren wird. Vielleicht lerne ich jemanden kennen? Mascara und Kajal, tiefschwarz. Es ist egal, wie ich es auftrage, hinterher verblende ich alles großflächig mit dem kleinen Pinsel rund um meine Augen.
Die Haare kämmen, der Sprühstoß des Parfüms – ich verlasse das Bad in dem Hotelzimmer und mache mich bereit für die Nacht. Das schwarze Kleid kombiniere ich mit der schwarzen Yoga-Hose – genau die vom letzten Pfingsten – ultrabequem. Meine Schnürstiefel binden, Loch für Loch einfädeln. Die bereitliegenden Sachen auf dem Bett in meine schwarze Lederhandtasche schieben. Meinen übergroßen Wollmantel – french chic – überziehen, die Schlüsselkarte greifen und das Zimmer verlassen. Zurück zu meinem Auto auf dem Hotelparkplatz … in dem Hotel am Stadtrand neben der Tankstelle und dem Baumarkt, wo wahrscheinlich nur einsame Trucker übernachten, so viele LKWs säumen die Straße. (Ende Teil 1/2)

[06.01.24 / 23:13] Happy New Year! Mein traditionelles Anti-Silvester: Mich den Abend vor dem Computer setzen, an meiner ewigen, nie fertigen Software-Baustelle arbeiten (mein Web-Mail-Programm – erfolgreich in Konstruktion seit 2013) und mich gegen Mitternacht wegen dem Lärm draußen beschweren. Wieso mache ich das? Tage später die Erklärungsnot unter den Kollegen auf Arbeit:

„Es ist wegen meiner Vergangenheit … Vor vielen, vielen Jahren die Trennung von meiner ersten großen Liebe, kurz vor dem Jahreswechsel, ich war so traurig (2004) und danach habe ich nie wieder Silvester gefeiert! Bis dann zu meiner zweiten großen Liebe (2015) und nach dieser dann auch nicht mehr.“

Und so wiederholt sich das jedes Jahr …

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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