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Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[14.10.20 / 15:59] Ich werde weiter von meinen Dämonen getrieben - habe ich die eine Nacht mit den Gedankenechos noch ohne Tabletten überstanden, sieht es die darauf folgenden zwei Nächte anders aus. Die erste der beiden Nächte hänge ich bis 4 Uhr morgens vor dem Computer, kann mich von der Arbeit nicht trennen. Den Nachmittag habe ich angefangen, ein Offline-Handbuch für ein paar PHP-Funktionen zu schreiben, gegen 22 Uhr wieder alles verworfen, in den Papierkorb auf dem Desktop geschreddert - und alles noch einmal von vorne angefangen ... bis in die frühen Morgenstunden. Ich brauche den schnellen Zugriff zum Nachlesen auf die Verschlüsselungsfunktionen, um bei der Programmierung meines Mailprogramms mit dem nächsten Sprint anzufangen - die Art und Weise, wie ich am Anfang (2013) die Schlüsselverwaltung konzipiert habe, ist einfach nicht mehr tragbar, sicherheitstechnisch stark bedenklich und muß dringend modernisiert werden. Erst dann kann ich mein Programm als Open Source im Internet freigeben, bzw. veröffentlichen. Ich schalte den Computer aus, schirme das kleine Dachbodenfenster mit einem Handtuch vor dem Tageslicht in wenigen Stunden ab und werfe einer meiner auf ein Viertel geteilten Antidepressiva-Tabletten ein. Ich weiß, das Licht des Computermonitors ist nicht wirklich förderlich zum Einschlafen.
Die zweite Nacht ... die beschissene. Nächte, wie diese suchen mich permanent seit letztes Jahr heim. Das Bild in meinem Kopf - ist immer da. Ständig. Eingebrannt. Ich werde es nicht los, sehe es immer wie auf einer Folie vor mir, während ich normal weiterlebe und meine Umwelt wahrnehme. [Vorsicht Trigger!] Er liegt auf mir, zerquetscht mich mit seinem Gewicht, versucht in mich einzudringen, bereitet mir Schmerzen - und ich kann mich nicht wehren. Die ersten zwei Stunden, zwischen 1 und 3 Uhr die Nacht, liege ich auf meiner Grübelcouch vor dem ausgeschalteten Fernseher und versuche die Geschehnisse von diesem Tag im Juli des vergangen Jahres (2019) aufzuarbeiten, das Trauma der Vergewaltigung zu bewältigen. Ich baue meine Gedanken weiter auf ... was wäre, wenn er es doch geschafft hätte, die Wohnungstür mit voller Wucht aufzubrechen, nachdem ich ihn nach seiner Tat rausgeworfen hatte? In früheren Gedankenexkursionen hätte er sich bei mir entschuldigt, weil er mich ja liebt. Aber so in seinem Rausch mit dem ganzen Alkohol und den Drogen - und er war wütend: Er bricht die Wohnungstür auf, sieht mich, stürmt auf mich zu, verpaßt mir ein paar Faustschläge, ich falle zu Boden, er holt aus meiner Küchenecke direkt daneben das kleine, spitze Messer und sticht mehrmals auf mich ein - bis ich blutüberströmt in meiner Wohnung liege ... halbnackt.
Meine Gedankenvorstellung geht weiter, natürlich habe ich das alles überlebt und konnte per Telefon Hilfe suchen. Zurück in die Realität, auf meine Couch mitten in der Nacht ... auf Drogen könnte ich ihm alles zutrauen. Warum hast du nicht einfach auch zu weinen angefangen, als du mich weinen gesehen hast? Das wäre das einzig schöne Ende gewesen. 3 Uhr nach Mitternacht, ich breche meine Gedankenschleife ab und versuche mich von der Couch in mein Bett zu legen ... ich bin so tief drinnen, in meinem realen Alptraum, daß auch das Einschlafen die weitere Nacht nicht richtig funktioniert. Ein neues Viertel der Tablette einwerfen, warten ... im Bett hin- und herwälzen. "Ach, scheiße..." Zurück ins Bad, das Licht vor dem großen Spiegel anschalten, mir neben den weißen Waschbecken mit der Rasierklinge das nächste Viertel der schlaffördernden Antidepressiva herausbrechen und einwerfen. Blick in den Spiegel, die wild zusammengewuschelten, langen, blonden Haare, die dunklen Augenringe ... wenigstens keine Tränen. Es ist 4 Uhr den Morgen und ich klemme erneut, zurück in dem Dachbodenzimmer mit meinem Bett, das große Badehandtuch in die Ritzen rings um das kleine Dachbodenfenster. Das Tageslicht und den Tageslärm in den nächsten Stunden abschirmen.
Der Tag darauf ... wie immer, ich wache zugedröhnt kurz vor 12 Uhr mittags auf. Es ist in meinem Zimmer dunkel (es sind ja auch alle Fenster zugezogen), von draußen dringt nur der omnipräsente und immerwährende, dumpfe Verkehrslärm herein, ständiges Bremsen und Anfahren der schweren LKWs im Sekundentakt an der Ampelkreuzung ein paar Meter neben mir, auf der stark befahrenen Bundesstraße dicht am Haus. Nachts ist die Ampel auf blinkendes Gelblicht umgeschaltet, dann rauschen die Schwerlaster nur im Fünfzig-Sekundentakt an mir vorbei, mich trennt nur ein weiteres Zimmer und die Hauswand.
Ich nehme das Duschhandtuch von dem Dachbodenfenster, ein Blick raus, es ist düstergrau bewölkt, unmittelbar bevor in wenigen Momenten ein naßkalter Regen diesen trüben Herbsttag einsetzt. Ich weiß, ich bin anfällig für Winterdepressionen, das mit dem die Nächte vor dem Computer sitzen, kann ich kontrollieren, darauf habe ich Einfluß und ich war den Sommer schon auf dem besten Weg: Kein Computer oder Fernsehen nach Mitternacht! Die andere Sache, das mit dem Trauma - und es ist so eine richtig echte Gewalterfahrung - dagegen kann ich alleine nichts machen. Das ist eben passiert. Hast du eben Pech gehabt. Damit muß ich jetzt leben. Es wird mich auch die nächsten Jahre immer wieder verfolgen.

Zu etwas Erfreulichem: Mein Reha-Antrag ist durch! Ich darf jetzt eine vierwöchige, psychosomatische Kur machen (klingt auch viel besser als "vier Wochen stationär in der Geschlossenen"). Wie das gerade mit der latent vorhandenen und erneut ausbreitenden Viruspandemie geregelt wird, weiß ich noch nicht. (Und noch etwas Erfreuliches, ich habe neue Leute kennengelernt und war sogar das letzte Wochenende "draußen", gemeinsam etwas essen, ein wenig zusammen unterhalten, Menschen treffen ... aus der selbstauferlegten Isolation ausbrechen!)

Es geht weiter...

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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