morgana81 - gothic transgender

Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[12.09.19 / 23:35] Selfie-Fotoreihe - wo mein Kaffeebecher schon alles war. Erneut stehe ich mit meinem Thermobecher nach dem Frühstück an den Klippen und schlürfe meinen Kaffee. Die Nacht und den Morgen hat es geregnet (mit Blitz und Donner), den Vormittag trage ich noch meine Jeans und meine Lederjacke / Punkerkutte ... wenn es so kühl bleibt, kann ich den Weg zum Leuchtturm in Angriff nehmen. Zurück ins Hotel, die Lederjacke gegen das Strickjäckchen tauschen (könnte ja kühl und windig da oben sein), die festen Schuhe behalte ich an.
Wenig später vor dem Taxistand in der Nähe des Strandes von Portinatx, ein Taxi hält. "To the lighthouse and back, if it is possible", ich habe den Leuchtturm in einer Reisereportage über Ibiza im Fernsehen gesehen. "It is a rough road", nur für Allradfahrzeuge befahrbar - und ganz sicher kein normales Taxi. Mir wird gleich bewußt, daß das gar nicht geht und ich irgendwie anders dahin kommen muß, der Taxifahrer erzählt mir etwas über nur ein paar Minuten zu Fuß. Zurück am Hotel und den Klippen starte ich meine Wandertour.
Der "Lighthouse Trail" ist ausgeschildert und mit Farbe auf dem steinigen Weg markiert. Stellenweise teilt sich der schmale Weg und führt dann wieder zusammen. Nur wenige Zentimeter vorbei an der Steilküste ergibt sich immer wieder ein atemberaubendes Fotomotiv. "Jetzt fall da bloß nicht runter!" Ahh... Ich paß auf und setze vorsichtig ein Schritt nach dem anderen - den Weg lesen (wie beim Motorrad die Straße). Ab und zu kommen mir andere Wanderer entgegen - auch ein oder zwei Mädels mit Flipflops.
Auf halber Strecke merke ich, daß ich mit den ganzen Fotos machen zu viel Zeit vertrödle - die Wolken sind weg, die Sonne brennt, es wird heiß. Ich krame aus meiner alten Gasmaskentasche (aka die "Indiana-Jones-Abenteuer-Umhängetasche") die kleine Packung Sonnencreme heraus ... später werde ich sehen, wo ich mich nicht richtig damit eingerieben habe.

Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Die Steilküste und die felsigen Hänge entlang klettern - irgendwann den Mittag erreiche ich den Leuchtturm ... Selfiepoint! Die Stelle wird rege von anderen kleinen Besuchergrüppchen genutzt. Ich bin schon ziemlich fertig (hätte ich eine Flasche Wasser mitgenommen), vor mir liegt noch der ganze Weg wieder zurück.
Portinatx, Ibiza / September 2019 / Alter 37
Nach einer langen Fotopause mache ich mich auf den Rückweg, setze weiter instinktiv, automatisch und prüfend ein Schritt nach dem anderen, wenn ich auf diese scharfkantigen Felsen ausrutsche, ganz alleine, in der verlassenen Wildnis im Nirgendwo ... noch bevor die brennende Sonne 14 Uhr im Zenit steht, bin ich wieder zurück im Hotelzimmer. Das olivgrüne Top ist komplett durchgeschwitzt. Eine Dusche nehmen und ich bin erst mal für die nächsten Stunden raus aus der Sonne!
Den Nachmittag meine Beine rasieren und meinen schwarzen Bikini anziehen - den für das Meereswasser. Kurz vor 17 Uhr bin ich wieder draußen und auf dem Weg zum Stadtstrand von Portinatx - mit dabei in meiner Strandtasche in Häkeloptik - mein neues Regenbogenhandtuch in den LGBT-Farben. "The only gay on the beach", an den belebten Strand angekommen, lege ich mich demonstrativ und ein Statement setzend auf mein Handtuch im Schatten einiger Bäume (wenig später gehe ich auch mal kurz baden).
Die Sonne sinkt in weniger intensive Sphären, ich bleibe bis zum Abend. Dadurch, daß Spanien am westlichsten Rand der mitteleuropäischen Zeitzone liegt, verschiebt sich der ganze geregelte Tagesablauf um ein, zwei Stunden nach hinten. Noch zwei Flaschen Wasser aus dem kleinen Supermarkt gegenüber vom Strand und ich bin den Abend wieder zurück auf mein Hotelzimmer, Dusche Nummer Zwei und umziehen für das Abendessen.
Nach Anbruch der Dunkelheit befinde ich mich in einem Restaurant nur unweit meiner letzten Badestelle. Die Preise sind moderat, das Essen - Shrimps in Mayo, Calamares-Tintenfischringe mit Chips und Salat - eher auf Bistroniveau, kein Vergleich zu dem exquisiten Restaurant vom ersten Tag (aber auch hier wird gerne vorreserviert). Wenn nur nicht diese Mücken wären ... verdammte Viecher! Die aggressive Sorte, stechen gezielt in alles, was nicht vorsorglich (durch lange Hosen und Strickjäckchen) verhüllt wurde - Ohrläppchen, Hals, Wangen, Stirn, Mundwinkel. In kürzester Zeit werde ich an dem Außentisch mit Meerblick übel zugerichtet. Noch bevor der Kellner mit der Rechnung kommt, flüchte ich zum Bezahlen in das Innere des Restaurants.
Den späten Abend wieder zurück zum Hotel, einen alkoholfreien Mojito an der Hotelbar bestellen. Es ist ein gehobenes Hotel nur für Erwachsene mit Erwachsenenunterhaltung - zwei Musiker spielen im Außenbereich kubanische Lieder. Ich schlürfe meinen "Mocktail" und fingere gegen Ende (des Auftritts und meines Getränks) die Minzblätter aus dem Glas.

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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