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Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[24.04.16 / 22:36] Sonnabend Abend, ich bin schon etwas früher in Leipzig und parke mein Auto wieder im Parkhaus unter dem Hauptbahnhof, bevor ich in zwei, drei Stunden zu den Konzerten für diesen Abend nach Plagwitz fahre. Am Bahnhof gibt es diesen Inder, der ein kleines Buffet anbietet - und diesen frittierten Blumenkohl, den ich so mag. Das indische Fingerfood habe ich schnell verdrückt und ich schlendere wieder etwas in der Einkaufspassage umher, um die Zeit zu vertrödeln. Ich tue etwas für mich sehr Gewagtes und weiche von meiner starren Markenbindung ab - ein BH von einer anderen Marke wäre doch mal eine Bereicherung für die Monokultur in meiner BH-Schublade. Tatsächlich paßt mir auch der Push-up BH in der 75A mit schwarzer Spitze von dem anderen, nicht weniger bekannten Produzenten für BHs und Dessous und wandert in meine Einkaufstüte. Weiter gegen 22 Uhr zu der Location für diesen Abend (ist dieselbe wie vom letzten Sonnabend). Auf meinem Papier-Flyer stehen zwei oder vier Bands, tatsächlich sind es nur zwei Bands und ein "DJ-Kollektiv". Schade, daß nur sehr wenige Gäste anwesend sind. Die glitzernde Discokugel zieht mich in ihren Bann und ich muß ein Foto machen.

Nur wenig später werde ich von einem Gast angesprochen, er ist halb Tunesier, halb Franzose aus Marseille. Er scheint anfangs nur etwas interessiert in mich zu sein, so wie ich es von anderen Männern die anderen Wochenenden vorher gewohnt bin. Er wird aber sehr schnell sehr hartnäckig und wird mir für den Rest der Nacht nicht mehr von meiner Seite weichen. Er will mehr, will mich als seine Frau, will mich heiraten - ich erzähle ihm, daß ich schon einen Freund habe, den ich sehr liebe. Erzähle ihm sogar, daß ich von dem anderen Mann schwanger bin und ein Kind erwarte. Es hilft nichts ... der Fluch einer jungen, hübschen und alleinstehenden Frau in einer Disco. Er spricht ständig davon, wie schön ich bin ... ich kenne diese Sprüche auch von anderen Männern. Es ist immer sehr irritierend, da ich mich eigentlich für potthäßlich halte und eher meinen eigenen, vernichtenden Urteil trauen würde, als das von Männern, die ich so gut wie noch gar nicht kenne. Ich werde ihn nicht los ... bin viel zu höflich, als daß ich ihn wegstoßen könnte. Nur bei seinen immer näher und intimer kommenden Versuchen, mich anzufassen, kann ich ihn etwas zurückweisen. "Ich will doch eigentlich gar nichts von dir! Ich habe doch schon einen Freund!" ich wünschte, ich könnte meine Gedanken laut äußern.
Ich verlasse die Disco nach 2:30 Uhr. Er bleibt weiterhin an mir dran, beteuert seine Liebe zu mir. "Willst du nicht endlich mal nach Hause gehen?" so langsam verliere ich die Geduld. Wir stehen mindestens noch eine Stunde in der Kälte, mitten in der Nacht, vor meinem Auto herum. Mir ist kalt, ich steige ein - und biete ihm an, mitzufahren - ein Fehler. Noch eine weitere Stunde sitzen wir in meinem Auto und er schwärmt von mir, wie sehr er mich doch liebt. 4:30 Uhr, ich starte den Motor und fahre ihn nach Hause, die Scheiben sind schon längst beschlagen, von seinen Versuchen, auf mich einzureden, meinen Freund zu verlassen und mit ihm zusammenzuziehen. Das er auch eine Wohnung in Marseille in Südfrankreich hat, ist dabei ein nicht unerhebliches Argument. Ich wollte schon immer mal nach Marseille. 5 Uhr und ich schmeiße ihn vor seiner Wohnung aus meinem Auto raus, "Geh jetzt endlich! Geh!" Mit Vollgas fahre ich zu der Wohnung meines Freundes. Er ist gerade von der Arbeit gekommen und erwartet mich bereits (läßt sich aber nichts anmerken). Mit meiner größtmöglichen Leidenschaft überfalle ich ihn beim Sex. Ich liebe nur ihn. Ich überlege, meinem Freund von meiner Begegnung diese Nacht zu erzählen, behalte es aber letztendlich für mich. Er muß so etwas nicht erfahren. Wir schlafen zusammen ein, es ist schon richtig taghell am frühen Sonntag Morgen.

Irgendwann wache ich auf, keine Ahnung, wieviele Stunden vergangen sind. Ein wunderschönes Gefühl, ihn neben mir liegen zu sehen ... auch wenn ich nur seinen Rücken und seine kurzen, schwarzen Haare sehe. Er hat eine neue Frisur, sie sind kürzer als letztes Wochenende. Ich gleite mit meiner Hand wenige Zentimeter über seinen Körper ... ich traue mich nicht, ihn anzufassen und ihn beim Schlafen zu stören - er dreht sich sonst noch weiter weg. Ab und zu kuschele ich mich an ihn heran, ziehe mich aber dann doch wieder zurück. Irgendwann stehe ich auf und gehe ins Bad. Er wird auch wach und bereitet wieder ein kleines Frühstück vor. Ich esse fast alles auf, so als ob ich viele Stunden nichts gegessen hätte. Er macht sich bereit für seine Arbeit, zieht sich an und gibt mir einen Abschiedskuß, den ich wie ein verliebtes, kleines Mädchen freudestrahlend annehme. Ich bin mittlerweile auch fertig angezogen und verlasse nur kurz nach ihm seine Wohnung. Ich will in der Innenstadt noch einen Cappuccino zum Frühstück trinken. Als ich dann den Kassenzettel in der Kaffeehauskette sehe, überkommt mich ein Moment tiefster Verwunderung und Verwirrung - 17:00 Uhr? Bis zu diesem Moment habe ich gedacht, die Sonne geht gerade auf - und nicht unter. Ich war überzeugt, es wäre früher Morgen. Ich habe total mein Zeitgefühl verloren. Zurück zum Auto (und zu dem am Sonntag geöffneten Laden am Bahnhof, die Tasche kaufen, die ich seit letztes Wochenende begehre) und zurück auf die Autobahn, den Sonnenuntergang entgegen ... ich lerne gerade die Vorzüge des Tempomats kennen und perfektioniere damit meinen amerikanischen Fahrstil (jemand hat mir sogar mal gesagt, ich hätte einen amerikanischen Akzent beim Sprechen - den habe ich mir in "Cali" geholt).

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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