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Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[25.04.21 / 18:03] Der zweite Abend des kleinen Online-Festivals - meine Lichterkette habe ich immer noch nicht wiedergefunden, wenn hier etwas in dem Haus verschwindet, dann ist es verloren, für immer ... oder taucht Jahrzehnte später erst wieder auf. Ich stehe eine Stunde vor Festivalbeginn im Bad und steche kleine Löcher in leere Klopapierrollen, die ich dann, zurück auf dem Wohnzimmerteppich, über die LED-Leiste von letzter Nacht schiebe ... DIY Disco! (Ganz im Stil des DIY-Festivals.)
Noch mehr Party, noch mehr Flair, noch mehr Erinnerungen an Vergangenes - vor dem großen Spiegel im Bad stehen, Feuchtigkeitscreme im Gesicht und an den Augenlidern schwarzen Kajal auftragen. Mein schwarzes Tank-Top, der metallisch glänzende Nietengürtel, die schwere Punkerkutte mit den Buttons und Patches überziehen ... "Yeah, Death Rock Babe!" Die langen, blonden Haare durchkämmen, mich in meinen Club schieben.
19 Uhr nochwas, der Videostream läuft schon, ich pegele schnell die Anlage ein, stelle den Barhocker auf und schiebe ein bißchen Kram beiseite auf meinem Metallregal - das ist jetzt die "Bar" mit Platz für zwei Flaschen Wasser und ein Glas. Jedesmal, wenn ich etwas trinken möchte, gehe ich ein paar Schritte rüber zu meiner Bar, schaue in mein Portemonnaie, wieviel Geld ich noch habe (nicht viel) und gieße mir ein Glas ein ... irgendwie den eingespielten Rhythmus nicht verlieren.
Die Konzerte betrachte ich abwechselnd von meinem Barhocker aus oder stehe in ein paar Meter Entfernung vor dem Computermonitor - mit dem Glas oder der Flasche Wasser in der Hand ... wie als würde ich wirklich irgendwo vor einer Bühne stehen, inmitten vieler Menschen. Es fehlt mir, daß ich das alleine mache, zwar ist auf dem Bildschirm neben dem laufenden Video ein kleines Chat-Fenster ... aber immer wieder ein paar Schritte davor gehen und die kleine Schrift lesen? Wenigstens sind ein paar Kommentare sehr lustig.
Die DJ-Sets ... OK, jetzt geht die Sonne unter, ich kann meine Diskobeleuchtung an machen. Vielleicht sind ein oder zwei Sets nicht mein Stil und ich stehe eher leicht zweifelnd und lächelnd neben meinem Barhocker - aber die anderen Sets danach: "Wahnsinn..." (Ich führe Selbstgespräche, aus Mangel an menschlichen Kontakten.) Die Punkerkutte ablegen, den Strobo einschalten und tanzen.
Den einen Künstler (jetzt wieder ein eingespielter Synth-Auftritt) kenne ich schon (ich habe ein paar Alben), der ultralange Track mit dem hypnotischen Beats und dem Vocoder-Gesang erinnert stark an die Moroder-Platte in meiner Vinyl-Sammlung (die ganze A-Seite ist so ein Stück in dem Stil), die Musik, zu der ich gerade vor dem Bildschirm tanze, ist dem ebenbürtig. (Ich weiß, wovon ich schreibe, ich versuche den frühen, elektronischen Stil aus den 1977/80ern auch ständig auf meinen Synthesizern zu kopieren - und schaffe es nie.)
Dann, die Sonne ist weg, ein DJ-Set aus Israel, mit israelischer Underground-Music ... so richtig den mediterran-orientalischen Stil, gemischt mit dem Wave, der mich an die so geliebten, alten italienischen Underground-Bands erinnert - ich liebe es! Der Strobo blitzt wie verrückt, die LED-Leiste über mir leuchtet im dunklen Rot, ich tanze auf meinem Teppich in psychedelische Sphären und werfe meinen Schatten an die weiße Wand. Auch wenn die im letzten Blogeintrag versprochene Drag Performance nicht kommt, dann mache ich das jetzt! Mein weiblicher Schatten performt eine Folge eingeübter und zu der Musik fließenden Tai-Chi-Bewegungen.
Es kommen noch ein paar gute DJ-Sets, aber ich bin außerhalb meiner Kondition und liege nur noch auf meinem "Lounge-Sofa", das Smartphone in der Hand ... "Wo sind meine Kontakte?" Ich bewege mich nur noch mal ab und zu auf die "Disko-Toilette" - aber dabei nicht die Flasche Wasser vergessen! Das Getränk aus der Bar in dem Club niemals aus den Augen verlieren (schon gar nicht, nachdem ich so "sexy" auf der Tanzfläche war). Den eingespielten Rhythmus nicht verlieren.
Kurz vor Mitternacht wird in dem Stream des Online-Festivals noch eine aufgezeichnete Performance einer Künstlergruppe aus den USA gezeigt ... wahrscheinlich den USA, ich sitze jetzt wie gebannt vor dem Computerbildschirm und entnehme aus dem Chat-Fenster daneben, daß diese Gruppe wohl schon auf dem Burning Man aufgetreten ist. Noch psychedelischer geht die Musik und die Bühnenshow (mit Feuer!) nicht ... "Waaahnsinn!"
Null Uhr Mitternacht ... das war jetzt richtig gut. Ich drehe langsam die Regler an meinem Mischpult runter und entferne mich sanft aus dem Videostream des Festivals. Auch diese Nacht möchte ich nicht so lange machen. Aus dem Chat-Verlauf entnehme ich, daß die letzte Nacht die Aftershow-Party bis in den nächsten Tag ging ... zumindest bis in den Morgen. Die DJs diesen Teil des Videostreams sitzen in Paris - und dort wird die Ausgangssperre noch viel schärfer kontrolliert, die müssen das bis in den nächsten Morgen durchziehen! Party total ... (ich bin zu alt und habe das vor zig Jahren auch so gemacht - das ist erst richtig, wenn du den nächsten Sonntag Vormittag aus der Disko fällst und der Bäcker für das Frühstück mit Croissants und Kaffee gerade "noch" offen hat).

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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