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Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[15.04.21 / 19:37] Der Anfang vom Ende. Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, für Bewerbungen auf Stellenangebote im IT-Bereich wieder meinen alten, männlichen Namen einzusetzen ... der "Herr Diplom-Ingenieur" von vor zehn Jahren. Alle meine Zeugnisse sind noch auf den Namen, meine Diplomurkunde, die verschiedenen Lehrgänge und das sehr viel bessere Arbeitszeugnis von meinem abschließenden Diplom- und Praxissemester. Der junge "Herr" macht seine Arbeit viel besser als die zickige "Frau" mit den Diva-Allüren und der totalen Arbeitsverweigerung Jahre später. Mal abgesehen davon, daß ich ein und dieselbe Person bin, mit ein und derselben Arbeitseinstellung, -motivation und -qualität, liegen zwischen diesen beiden Menschen für den von außen betrachtenden (und voreingenommenen) Arbeitgeber Welten.
Als Mann habe ich vor etwa zehn Jahren auch mehrere hundert Bewerbungen geschrieben, als Frau - speziell als Transfrau - kommen jetzt die ganzen Blicke der HR dazu. Die Hand mit dem Finger gegen die Stirn, den Kopf gesenkt, die Augen geschlossen: "Großer Gott, wen haben wir hier zum Bewerbungsgespräch nur eingeladen?"
Ich verändere meinen Lebenslauf, meine Bewerbungsunterlagen werden sowieso ständig neu angepaßt, das Foto verschwindet, der Vorname erhält wieder seinen männlichen Endbuchstaben zurück. Ich richte sogar eine Alias-Mailadresse ein - nach mehr als fünf Jahren bin ich im Internet wieder unter meiner alten Identität erreichbar. Sind die ersten zwei Bewerbungen noch experimentell, sieht die dritte Bewerbung schon richtig professionell aus, diesen "Herrn Dipl.-Ing. (FH)" würde ich wirklich einstellen wollen! Alles paßt, der Lebensweg, das Studium, der Wehrdienst. Das beschissene, letzte Arbeitszeugnis lasse ich weg, es gehört nicht zu ihm, es gehört zu ihr. Klick, Bewerbung gesendet.

Und jetzt? Ein Irrglaube, irgend jemand würde ihn nur wegen dieses klangvollen Titels einstellen wollen, oder mir eine Chance geben, an mein altes Leben und meinem Ingenieursabschluß anzuknüpfen (um überhaupt erst weitergehende Fachkenntnisse zu bekommen). Ich mache das ... weil es sich jetzt gut anfühlt, weil ich jetzt dieses Selbstvertrauen habe. Würde ich eine Absage als Frau bekommen, wäre ich zutiefst niedergeschlagen und würde an mir zweifeln ... bekomme ich eine Absage für den Mann, den ich gerade konstruiert und wiedererweckt habe, bin ich - mir fehlt das Wort dafür - ergriffen von dem Gefühl: "Ihr seid selbst schuld, wenn ihr so einen Top-Bewerber und IT-Professional ablehnt. Verreckt an eurem eigenen Stolz!"

Du spielst ein gefährliches Spiel ... jetzt als operierte Transfrau mir eine neue, alte männliche Persönlichkeit zu geben, könnte mir mehr schaden als nutzen. Langfristig gesehen, würde dieses Zerwürfnis zu einer unkontrollierbaren, emotionalen Instabilität führen. Es ist OK, wenn ich alle meine Persönlichkeitsaspekte im Gleichgewicht halte ... aber zurück zu dem Mann, der ich nie war? Ich werde niemals meine weiblichen Hormone absetzen, meine Operation bereuen oder alle meine feminin geschnittenen Kleider aus dem Schrank werfen! Ich bin und bleibe eine Frau. (Das sieht erst merkwürdig aus, wenn der "Herr" dann wirklich zum Gespräch eingeladen wird, aber so weit kommt es nicht...)

Noch ein Knacks mehr im Spiegel.

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Kommentar:

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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