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Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[01.01.70 / 00:00] Sternzeit irgendwas, Logbucheintragung des Captains:

[17.04.16 / 20:26] Gefühlt ewig, kurve ich Freitag Abend die Szene-Locations in Leipzig-Plagwitz ab. Doof, wenn auf dem Flyer nur der Stadtteil steht, um keine "Yuppie-Hipster" oder sonstwas Ähnliches anzulocken. Zum Glück kenne ich die Orte. In der kleinen Halle, in der die Konzerte für diese Nacht stattfinden sollen, habe ich schon 2004, an einem späten, sonnigen Vormittag, nach einer langen Festivalnacht zu Punkmusik getanzt. Gegen 22 Uhr komme ich an, zum Glück hat noch keine der vier Bands für diese Nacht gespielt. Von der ersten Band habe ich schon anderthalb Stunden lang die Musik auf der Autobahn gehört - als sie auf der Bühne stehen und anfangen, habe ich immer noch nicht genug. "Disco noir" steht auf dem Flyer als Musikbeschreibung, genau das, was ich mag. Es wird voller und die zweite Band fängt gegen Mitternacht an zu spielen. Irgendwie kommen mir die Bandmitglieder und die Titel bekannt vor - später werde ich auf den fast schon zugeklebten Poster an der Eingangstür erfahren, daß ich diese Band schon letztes Jahr in Connewitz gesehen habe. Die dritte Band ist neu für mich, Postpunk aus New York City steht auf dem Flyer. Gefällt mir - im Gegensatz zu der letzten Band so um 2 Uhr herum - Engländer und Industrial, damit kann ich nichts anfangen. Ich verziehe mich nach draußen und stehe etwas an der Eingangstür herum und warte, bis die laute Musik (oder Krach) vorbei ist. Zwei Hunde, die ein Punk wohl dagelassen hat, trauen sich auch nicht herein.
Als die letzte Band endlich vorbei ist, habe ich auch keine Lust mehr und fahre zu der Wohnung meines Freundes. Er hat mir den Nachmittag schon vorher geschrieben, daß er wieder lange arbeiten muß und erst sehr spät wieder zurück kommt. Kurz vor 4 Uhr morgens parke ich mein Auto in der Straße und sehe ihn nur wenige Minuten später in den Hauseingang gehen. Ich steige aus und folge ihm. Ich bin irgendwie immer so "entzückt", wenn ich ich ihn endlich wiedersehe und er seine Wohnungstür öffnet. Es geht noch etwas hin und her zwischen dem Bad und seinem Schlafzimmer, aber am Ende landen wir wieder zusammen in seinem Bett ... nur die Antidepressiva, die ich vorher eingeworfen habe, machen mir hinterher etwas Besorgnis ... kann sein, daß sie tatsächlich die Orgasmusfähigkeit rauben.

Sonnabend Nachmittag, ich bin etwas leicht erschrocken, als ich auf die Uhr schaue - 15 Uhr? Ich wollte doch noch den Nachmittag in Leipzig Einkaufen gehen. Mein Liebster macht mir eine schöne Freude und bereitet ein arabisches Frühstück vor: Fladenbrot mit einer Tasse Olivenöl und einer Schale Gewürzpulver zum Eintunken. Gemahlener Thymian mit Koriander und anderen Gewürzen aus Aleppo - da dort aber gerade Bürgerkrieg ist, wird es im Libanon hergestellt. Dazu noch ein Kännchen schwarzer Ceylon-Tee mit Kardamom. Nach dem etwas improvisiert wirkenden, aber wirklich sehr schönen Frühstück am Nachmittag, macht er sich bereit für seine Arbeit für diese Nacht und hinterläßt mir wieder die Schlüssel zu seiner Wohnung.
In der Leipziger Innenstadt laufe ich meine Geschäfte ab, ich bin auf der Suche nach einem leichten Shopper als Ergänzung zu meiner Handtasche. Leider sehe ich in einem Kaufhaus nur ein Modell, welches mir gefällt - aber viel zu groß ist. Dafür finde ich, nicht weit entfernt bei "P&C", wieder einen kleinen Kleiderständer mit Lederjacken von "tigha" ... ich muß eine anprobieren ... 400 Euro ... und ich habe schon eine Jacke von "tigha". Vernünftigerweise hänge ich sie wieder zurück. Weiter den Abend, zu dem italienischen Restaurant von vor zwei Wochen, eine Pizza bestellen - und einen viel zu großen Salat - und wieder zurück zum Hauptbahnhof. Ich parke wieder in dem Parkhaus unterhalb, und ich muß noch mein Hormongel in der sauberen Bezahltoilette vor dem Kosmetikspiegel auftragen - und den Kajal - ohne den kann ich nicht existieren.

Aus dem einen Parkhaus kommend, parke ich mein Auto den Sonnabend Abend nur wenige hundert Meter entfernt in dem anderen Parkhaus bei der Oper unter dem Augustusplatz. Ich bin ein Gewohnheitsmensch mit starren Riten und überlege wieder im Jazzclub, (fast) an der Bar sitzend, wo ich denn für diese Nacht noch hin könnte. Da ist tatsächlich wieder eine Discoveranstaltung in Plagwitz ... für Schwule, Lesben und alles Andere, was nicht in das Konzept männlich/weiblich paßt. Die Partys des Veranstalters habe ich schon länger nicht mehr besucht. Zurück zum Parkhaus und weiter nach 23 Uhr zu der Location - dieses Mal steht genau fest, wo und wann sie ist.
Es ist noch leer, als ich dort ankomme, aber der stetige Zustrom an Menschen läßt den Veranstaltungsort schnell voller werden. Die Musikauswahl für die Tanzfläche ist anfangs noch ganz angenehm und ich habe genug Platz. Es scheint, als wären auch noch andere transsexuelle Frauen anwesend. Ich würde gerne mal eine andere TS persönlich kennenlernen. Hätte ich kein Internet und wüßte ich nicht, daß es da draußen noch andere gibt, würde ich denken, ich wäre die Einzige auf der Welt. So häufig sind transsexuelle Frauen nicht. Ich ernte diesen Abend sogar wieder einige Komplimente von einem Mann, wie wunderschön weiblich ich doch aussehe und wirke (das tief dekolletierte, schwarze Spaghettiträgertop zeigt aber auch mehr als genug) - wäre da nicht meine unpassende, tiefe, männliche Stimme, die irritiert. Ich muß einfach weiter trainieren, nur jahrelanges, gezieltes Training kann da helfen.

Irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr verlasse ich die Disco, die Musik ist mir zu technoid geworden und die "Dutt"-Dichte ist zu hoch - ein klares Zeichen zu gehen. Die Party hat schon vor gut einer Stunde aufgehört, "cool" zu sein. Zurück zur Wohnung meines Freundes, er ist noch nicht da und ich lege mich kurz nach 3 Uhr alleine schlafen.
Es ist schon wieder taghell, als ich seine Ankunft mitbekomme, er arbeitet einfach zu viel und ist wieder sehr müde. Den späten Sonntag Vormittag bin ich wieder vor ihm wach und kuschele mich kurz an ihn, ich möchte ihn weiterschlafen lassen. Er hat erst vor, gegen Mittag wieder zu arbeiten (kellnern), sagt dann aber doch aus arbeitsrechtlichen Gründen wieder ab (11 Stunden Ruhepause). Es wird noch 14 Uhr am Nachmittag, als ich mich endlich von ihm losreißen kann und ihn wieder in seiner Wohnung zurücklasse. Bald werde ich meine eigene, kleine Wohnung in Leipzig haben ... dann können wir jedes Wochenende viel mehr Zeit miteinander verbringen, mal bei ihm, mal bei mir - und ich kann ihm Frühstück machen (was der leere Kühlschrank so hergibt) und ein paar Tassen grünen Tee.

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße
Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg
Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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