Das Zimmer habe ich den Abend noch durchgelüftet, die Klimaanlage lief die ganze Nacht.
[18.09.26 / 10:34] ✎ Das Zimmer habe ich den Abend noch durchgelüftet, die Klimaanlage lief die ganze Nacht. Morgens mit Ohrstöpseln aufwachen, die Vorhänge in dem Schlafzimmer zur Straße hin und in dem Wohnzimmer zur Balkon- und Poolseite, sind so dunkel, ich weiß nicht, wie spät es ist. Frühstück gibt es bis 10:30 Uhr.
Im Urlaub ankommen, die große Glastür zum Balkon hin aufschieben, die Ruhe des Morgens auffangen, bevor das Geschirr klappert in dem überdachten Buffet hinter dem Pool und am Hang mit dem Blick auf die Golfanlagen von Maspalomas. Im Bad Beine rasieren, duschen, abtrocknen, ich bin fertig für das Frühstück. Den Tag trage ich noch einmal die Cargo-Hose und das T-Shirt vom Flug.
Das Frühstücksbuffet, eingestellt auf englische und deutsche Gäste. Für mich gibt es Brötchen, Croissant, diverse Marmelade, Obst und Naturjoghurt. Ein Café Americano, ein frisch gepresster Orangensaft aus dem Automaten, oben fallen die Orangen rein, unten kommt der Saft raus in das Glas. Wie die Orangen ausgepresst werden, ist durch eine Plexiglasscheibe sichtbar.

Mein Platz an dem Frühstückstisch mit Blick auf das Meer und die Dünen. Vor mir den Hang fahren schwere LKWs mit Steinen eine aufgeschüttete Straße entlang. Was die hier wohl bauen? Eine Straße, ein weiteres Hotel? Schade, ich habe das Hotel extra wegen der ruhigen Nachbarschaft des Golfplatzes gebucht, beste Lage, oben am Hang.
Weiter den Tag, ich will eine erste Erkundungstour machen, wie weit komme ich, wenn ich die Straße runter zu den Dünen laufe, komme ich überhaupt so weit, oder ist da alles mit Hotels verbaut? Zuerst die Aussichtsplattform gleich neben meinem Hotel um die Ecke. Ich war hier schon einmal 2004, auf dem Weg zurück vom Yumbo Centrum. Wenn ich wieder eine Reise hierher buche, dann nehme ich auch so ein Hotel in Hanglage! Eigentlich müsste ich gut den Sonnenuntergang hier sehen können.
Weiter die Straße runter zu den Dünen. Der Weg ist weit, ich habe es unterschätzt. Die Schweißperlen laufen in der Mittagssonne über mein Gesicht, die Sonnencreme mit Faktor 50+ hält das nicht lange aus.
Weiter unten angekommen, das Luxushotel bietet einen Durchgang, eine Promenade zum Aussichtspunkt für die Dünen. Erste Selfies … solange ich noch keinen Sonnenbrand habe.
Ich will auch den Strand sehen, die Wege durch die Dünen sind durch Seile vom Naturreservat abgetrennt. Unberührte Dünen bieten ein einmaliges Fotomotiv, das war vor über zwanzig Jahren noch anders.
Der Sand ist heiß, ich weiß das. Mit meinen Pantoletten-Flip-Flops stapfe ich durch den Sand. Irgendwo hier, muss doch eine Weggabelung runter zum Strand sein. Ich erklimme eine Höhe und sehe vor mir in weiter Ferne den Leuchtturm von Maspalomas. Das Wasser ist immer noch unendlich weit entfernt. Meine kleine Wasserflasche ist fast leer, der Schweiß hat die Sonnencreme weggewaschen, ich komme mir vor, wie verloren in der Wüste. Abbruch. Ich drehe um. Zurück zu der Promenade mit dem Luxushotel, ich habe dort ein Eiscafé gesehen. Und ein Supermarkt ist auch gleich die Kreuzung gegenüber, Wasser kaufen und noch eine Tube Sonnencreme 50+ … meine kleine Packung in Reisegröße wird nicht reichen.
Zurück im Hotel, früher Nachmittag, das wird ein Pool-Tag. In meinem Bandeau-Bikini und dem schwarzen Negligee, bitte ich den Rettungsschwimmer / Bademeister, mir meine Liege und den Sonnenschirm zurecht zu rücken.
„I need protection“, ich deute auf meinen blassen Körper.
„Here, there?“, er schleppt den schweren Sonnenschirm von der einen Poolseite, dann wieder zurück auf die andere Seite.
„Has no effect“, ich deute an, der Schatten auf der Liege kommt nur von der Palme, nicht aber von dem Schirm. Wir finden eine passende Konstellation, gleich schräg unterhalb meines Balkons.
Erste Züge in dem Pool. Wieder zurück auf der Liege, ich creme meinen Körper umfassend mit der neuen Tube Sonnencreme ein. Die andere, viel teurere, kleine Packung ist nur für das Gesicht.
Den Nachmittag im Schatten herumliegen, penibel darauf achten, im Schatten zu bleiben. Mein Körper muss sich langsam an die intensive Sonneneinstrahlung gewöhnen. Wenn das klappt, schaffe ich das Ganze ohne Sonnenbrand. Hat 2004 auch funktioniert.
Den Abend, die Sonne geht hier später unter, dafür aber schnell. Im Bad eine Dusche nehmen, mich umziehen – die bunte Tunika mit dem Teppichmuster, Make-up, Kajal, alles an Silberschmuck, inklusive dem Fußkettchen und den einen Diamantohrring in Weißgold, extra mitgenommen. Ich gehe aus. Das Yumbo Centrum ist nur zwei Kreuzungen entfernt.
Ich erreiche es nicht zum Essen, auf dem Weg dorthin werde ich von einer trans Frau angesprochen. Mein Radar springt gleich an, ihrer wahrscheinlich auch. Sie verteilt Visitenkarten für das italienische Restaurant hinter ihr. Warum nicht gleich hier? Ich wollte sowieso Italienisch essen. Die junge Bedienung hat einige Mühe, meine Unentschlossenheit zu folgen. Letztendlich entscheide ich mich für die vegetarische Lasagne.
„What is this?“ So ähnlich, wie das mir angebotene Panna Cotta, eine süße Creme– und Grießkombination, vielleicht Norditalien?
Trinkgeld dalassen. Weiter zum Yumbo Centrum. Es ist dunkel geworden. Alle Geschäfte in dem Gewirr von verschiedenen Ebenen sind noch offen. Unter den unzähligen China-Kleiderläden gibt es noch ein paar versteckte Shops. Sex-Shops und Fetischkleidung, für das LGBTQ-Publikum.
Zu einer der Drag-Bars, die ich den letzten Abend schon gesehen habe. Ein freier Sitzplatz ganz hinten an der Mauer. Auf der großen Leinwand läuft noch eine Sendung „RuPaul's Drag Race“, ein alkoholfreier Cocktail – der einzige auf der Karte – und die Drag-Shows in echt beginnen irgendwann. Der Wind ist kalt und frisch, ich hätte doch mein schwarzes Strickjäckchen vom Hotelzimmer mitnehmen sollen. Es reicht noch für einen zweiten, alkoholfreien Cocktail. Kurz nach Mitternacht zurück ins Hotel.
Kommentar:
[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana
Mail ist heute rausgegangen
LG Daniele
[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana
aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.
LG Daniele
[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,
Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.
Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.
Liebe Grüße
Daniele
[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,
Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.
Liebe Grüße
Daniele
[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,
eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.
[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana
Ich habe Dir eine Mail geschickt.
Lg
Daniele
[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend
das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele
[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele
[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea
[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea
[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.
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