morgana81 - gothic transgender

Laserbehandlung #7 (Haarentfernung #39) – Die Termine wechseln sich in schneller Folge ab.

[03.06.26 / 21:42] Laserbehandlung #7 (Haarentfernung #39) – Die Termine wechseln sich in schneller Folge ab. Jetzt wieder das Gerät mit dem Laser. Ich komme rasiert, die Behandlerin zeigt mir den gewohnten Raum. Ich setze mich auf die Liege, sie fährt die Fußstützen hoch und wirft mit der Lampe einen Blick in mein Gesicht … die Knubbel am Kinn sind Haare unter der Haut.

Mit dem Laser fährt sie ein paar der dunkel schimmernden Haare an, ich spüre fast nichts. Eine Stelle am Mundwinkel vielleicht. Der nächste Termin ist wieder ein Kontrolltermin, da kann ich wieder ein paar Haare wachsen lassen und mal sehen, ob noch weiße Haare nachgewachsen sind. Bis jetzt habe ich keine weiteren weißen Haare mehr am Kinn entdeckt … das Wochenende für den nächsten Termin bietet sich aber auch zum Haare wachsen an, das ist ein Camping-Wochenende – da fahre ich zelten (sofern das Wetter passt).

Zu etwas anderem, etwas unerfreulich anderem: Ich habe keine Hormone mehr. Es ist einiges schiefgelaufen, dass meine Versichertenkarte schon seit April abgelaufen ist, habe ich erst im Mai bei einem Zahnarztbesuch gemerkt. All die Briefe, die mir von der Krankenversicherung Anfang des Jahres geschickt wurden, habe ich ignoriert, unter einem Stapel Briefumschläge vergessen. Die wollten ein Foto von mir für eine neue Karte – ich habe kein Foto. Ich will das alte Foto auf meiner Karte behalten, da war ich noch jung und hübsch! Das von … 2011? Neuere Fotos habe ich nicht und mache ich auch nicht, ich spekuliere darauf, dass sie mir irgendwann, ich muss nur lange genug darauf warten, eine Karte ohne Foto schicken, die können ja nicht mich so ohne Karte lassen.

Können sie doch. Die Zahnarztpraxis befürchtet schon, ich habe gar keine Krankenversicherung mehr. Noch vor meinem Trip nach Pfingsten – dann schicke ich denen eben ein acht Jahre altes Foto von mir, da sehe ich zwar aus, wie eine Verbrecherin, aber dann ist das eben so. Meine letzte Dose Hormone läuft aus und mit der abgelaufenen Karte kann ich mich nicht mehr bei der neuen Praxis für meine Hormonsubstitution melden. Nach Pfingsten hoffe ich, dass ich eine neue Karte bekomme (ein weiterer Arztbesuch, erwähnt in einem Blogartikel von mir ein paar Tage zuvor, bekommt wenigstens ein Papierausdruck als Versicherungsbestätigung und ich ein rosa Papierrezept, aber das ist eine andere Geschichte).

Das lange Pfingstwochenende in dem Hotel, ich nehme mein Hormongel noch regulär, drei Hub den Vormittag. Wieder zurück zu Hause, die Dose fühlt sich schon bedenklich leicht an – ich reduziere auf ein Hub und strecke die Hormone. Es ist Juni und es ist noch das Quartal, meine neue Karte ist in der Post – aber ich muss trotzdem in die Praxis, denn die ist ja noch nicht aktiviert.

Den Mittwochvormittag, warten im Stau, warten in der Praxis … „Rezept ist auf der Karte!“ – Warten in der Apotheke … „Wir haben da gerade so Probleme“, ich schreibe meiner Firma schon, ich komme heute später, „Da ist kein Rezept auf der Karte.“

Verdammt. Das hat doch sonst immer funktioniert.

Den Mittwochabend noch einmal in einer anderen Apotheke versucht, selbe Antwort, kein Rezept.

Ich schreibe der Ärztin, sie kann sich das nicht erklären. Ich probiere es den nächsten Tag wieder in der zweiten Apotheke, immer noch kein Rezept … ist da etwas in der ersten Apotheke schiefgelaufen? Haben die das Rezept gelöscht? Das kam mir sowieso irgendwie merkwürdig vor, wie die mit meiner Karte verschwunden sind. Ich schreibe der Ärztin eine weitere Mail und hoffe auf ein zweites Rezept … ich glaube zwischen den Zeilen zu lesen, sie denkt schon, das ist so eine Masche von mir und ich vertick das Zeug im Darknet! Ich sah ja beim ersten Treffen auch schon so verdächtig aus, niemand nimmt mir ab, dass ich seit mehr als zehn Jahren weibliche Hormone nehme.

Und nun? Den Morgen, ein Hub, ein spärlicher Klecks Gel auf meinem Oberarm, ein zweites Mal drücken bringt nur den allerletzten Rest. Die letzte Dose Gel ist alle.

Los, Team Nebenniere, du übernimmt das schon! Die beiden Nebennieren produzieren fleißig Testosteron. So ein Mangel an Hormonen wird mich nicht treffen? Ich wollte schon immer mal „detransitionieren“. Es ist positiv, dass ich mein Testosteron und meine männlichen Aspekte nicht ablehne. Rückerinnert: September 2014, meine Reise nach Tokio, März 2015, mein Einkaufstrip nach Rom – das ist ein halbes Jahr, in dem durch die Blocker mein Testosteronspiegel chemisch auf Null gedrückt wurde und ich noch keine weiblichen Hormone hatte … das hat doch auch funktioniert, oder?

Es musste ja irgendwann so weit kommen, ich habe es verdrängt, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem meine Versorgung mit weiblichen Hormonen zusammenbricht. Vielleicht wegen einer Dystopie, vielleicht wegen einem faschistischem Regime, vielleicht wegen Krieg, es war von Anfang nicht bis zum Lebensende sicher. Dann probiere ich das jetzt mal aus, wie ich damit zurecht komme …

Als hätten andere Menschen nicht dieselben Probleme: Frauen in den Wechseljahren, Männer in den Wechseljahren, unsere Hündin unten, die schon ganz jung „entkernt“ wurde und so schon zwölf Jahre lang lebt! Da schaffe ich das auch.

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Kommentar:

[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana

Mail ist heute rausgegangen

LG Daniele

[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana

aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.

LG Daniele

Morgana LaGoth: Einige Kommentare müssen auch nicht allzu öffentlich sein …

[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,

Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.

Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Danke. Endlich wieder verreisen … lange darauf gewartet. Lebendig bleiben, solange es noch geht.

[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,

Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.

Liebe Grüße

Daniele

Morgana LaGoth: Vielen Dank, ich wünsche dir ebenfalls ein schönes, neues Jahr.

[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,

eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.

Morgana LaGoth: Danke dir.

[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana

Ich habe Dir eine Mail geschickt.

Lg

Daniele

Morgana LaGoth: Hey ... vom Lenkrad aus mit der Hand winken, von einem MX-5 zum anderen. *freu*

[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend

das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele

Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.

[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,

vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele

Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).

[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Dann wünsch ich dir jetzt noch viel mehr Glück bei deiner Genesung!

[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,

vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.

Herzlich

Drea

Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)

[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.

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