Der Dienstag nach dem Pfingstwochenende und dem Festival, ich bleibe noch bis in den Nachmittag in Leipzig.
[31.05.26 / 02:16]✎ Der Dienstag nach dem Pfingstwochenende und dem Festival, ich bleibe noch bis in den Nachmittag in Leipzig. Ein Frühstück in der Innenstadt in der Bäckerkette, eine Pizza essen in dem versteckten Innenhof, der so vollkommen anders ist, als die Außengastronomie draußen auf der Fußgängerzone. Und noch einmal einkaufen, mir fehlt noch eine Packung Haarwäsche – nicht die aus der Drogerie – die aus dem französischen Naturkosmetikladen, seit Paris 2011 kaufe ich nur dort ein, die Flasche Haarwäsche kostet schon mal dreißig Euro.
Mein Auto steht in dem Parkhaus am Bahnhof, die Tragekiste mit den Schuhen wieder auf dem Beifahrersitz, die Sporttasche mit den getragenen Kleidern, so wie sie sind, im Kofferraum, gleich neben dem Picknickkorb. Über die Rushhour über die B2 und die A14 wieder den Nachmittag zurück. Einiges habe ich dieses Wochenende nicht geschafft: Ich war nicht Kaffee trinken und Kuchen essen, ich war nicht auf dem Südfriedhof, nicht auf dem Mittelaltermarkt, nicht mit irgendjemanden zusammen. Vielleicht habe ich nächstes Jahr mehr Zeit.
Mit den gesammelten Flyern zu Hause auf der Couch ausgebreitet … da sind einige schöne Konzerte und Ein-Tages-Festivals den Sommer in Leipzig. Im Kalender vermerkt, spätestens Mitte/Ende Juli bin ich wieder in Leipzig! Ende Teil 6 von 6.
[31.05.26 / 02:15]✎ Der Montag und der letzte Tag des Pfingstfestivals. Outfit für heute: „Tiki Goth“, mein grün-schwarz-buntes Tiki-Kleid, die Fischnetzstrumpfhose und die Hi-Top-Plateau-Sneakers mit schwarzen Schnürsenkeln. Den letzten Tag des Festivals tragen so gut wie alle nur noch flache Sneakers, die Dichte an Highheels nimmt stark ab. Über das Kleid trage ich meine Punker-Lederjacke, aber erst den Abend. Unter dem Kleid trage ich meinen neuen Balcony-Push-up, den mit dem Träger zum Neckholder umfunktioniert. Das Kleid selbst ist auch ein Neckholder – wie hoch ziehe ich es? Mit dem BH weiß ich es, sie bilden eine Linie.
Draußen in der Innenstadt von Leipzig, Frühstück den frühen Nachmittag gibt es bei der Bäckerkette, ein Roboter bringt mir meine zwei Brötchen mit Marmelade und Kaffee. Weiter draußen um die Ecke, auf dem Weg wieder zurück zum Hauptbahnhof, Mittagessen gibt es bei dem indischen Bistro, Dal und Reis.
Mit der Straßenbahn wieder zum Täubchenthal nach Plagwitz. Ich bin pünktlich zur ersten Band um 16:30 Uhr da: „Fliehende Stürme“, textsicher singe ich ihre ersten Songs mit. Diesen Abend bleibe ich unten, ich will die Bands erleben.
Die zweite Band sind „The Crimson Ghosts“, ich war kurz draußen, oder oben auf der Terrasse, oder ein Becher Wasser holen, ich eile zur Bühne, diese Band will ich nicht verpassen.
Die nächste Band: „Batmobile“, die gefallen mir, hier passe ich rein mit meinem Rockabilly-Kleid.
Aber eigentlich bin ich nur hier für die vierte Band des Abends: „Demented Are Go“, lange überlege ich schon, auf ein Konzert von denen zu gehen, jetzt habe ich die Chance. Ich habe meinen Platz gefunden, ich stehe hinten an der Wand, der große Heizkörper ist meine Bar, alles liegt darauf, die Handtasche, die Jacke, der griffbereite Becher Wasser – und ich habe viel Platz zum Tanzen! „Be-bop-a-lula“, das ist das Kleid für den Moment.
Die Headliner-Band, sie sind irgendwie jedes Jahr da? „The Other“, ganz OK, aber ich tanze eigentlich nur zu ihren ganz alten Titeln.
Mitternacht, wieder draußen. Die Straßenbahn finden, den Weg zurück zum Connewitzer Kreuz. Auf verbilligten Eintritt brauche ich den letzten Abend nicht zu warten, es ist nur die eine Halle offen. Ich betrete sie und die DJs spielen ein Punk-Song nach dem anderen. Ich habe viel Spaß zwischen dem Nebel und der Tanzfläche … auch wenn ich die meiste Zeit mit dem Rücken zur Wand stehe, hier war es das letzte Jahr, als er mich von hinten überraschte und mich begrüßt hatte. Was haben die Leute gesehen, wieso haben sie das Awareness-Team alarmiert und diese die Security, die ihn gleich von mir getrennt hat? Haben sie mehr gesehen, was ich nicht mehr sehen kann? Vielleicht möchte ich ihn deshalb dieses Wochenende nicht mehr sehen. Ich will eigentlich überhaupt keine Männer mehr sehen. Die Emanzipation von Andrea. Ich bin wieder in meiner asexuellen Phase.
Den einen Abend zuvor, Mann Nummer vier, mit ihm hatte ich hier mal was, er kam auf mich zu und hat sich entschuldigt, ihm tut es leid. Mir ist das fremd, es ist doch gar nichts passiert? Dinge gehen weiter durch meinen Kopf, die ich mir nicht erklären kann.
„Shit, shit, shit!“, auf der Damentoilette, mein marokkanischer Armreif verhakt sich in meiner Fischnetzstrumpfhose. Draußen bei den Waschbecken und den Spiegeln, ich setze mich mit einem Schwung auf den kleinen, weißen Tisch, der sonst für Papierflyer, Tampons und Kramen in der Handtasche genutzt wird. Ich brauche meine Lesebrille, sonst bekomme ich die Kette mit dem Stift nicht von den Netzfäden der Strumpfhose gelöst.
Ich schaffe es nach ein paar Minuten.
„Geht es dir gut? Brauchst du Hilfe?“
„Hab es schon alleine geschafft. Der Armreif hat sich verhakt“, ich mag die Empathie der anderen Frauen auf der Damentoilette. Draußen ist auch ein Schild: „TIQ“, Trans-Inter-Queer Willkommen.
Auch diese letzte Nacht ladet mich das Taxi um kurz vor vier Uhr vor meinem Hotel ab. Wenn ich es jetzt ins Bett schaffe, kann ich noch ein paar Stunden schlafen, bis der Wecker um zehn Uhr klingelt. Um elf Uhr ist Check-out und ich muss noch alles zusammenkramen. Ende Teil 5 von 6.
[31.05.26 / 02:14]✎ Der Sonntag das Pfingstwochenende, ich wache auf und mache die Balkontür auf, ich liebe die vierte Etage ganz oben und die Penthouse-Atmosphäre. Ein oder zwei Zimmer weiter steht auch immer eine Schwarzgekleidete so früh auf, kurz vor Mittag, oder wie jetzt, kurz nach elf Uhr und raucht eine Zigarette oder wundert sich über die Menschen, die mitten in der Nacht aufstehen.
Als ich endlich das Hotel verlasse und zum Frühstück in der Leipziger Innenstadt sein will, ist es schon kurz vor vierzehn Uhr den frühen Nachmittag. Dabei wäre mein Outfit gar nicht so anspruchsvoll gewesen, Outfit des Tages: „Gucci Goth“, ich trage mein schwarzes One-Shoulder-Kleid und nur das, keine Strumpfhose, kein BH – mein Ich-trag-heut-keinen-BH-Tag – keine Jacke, kein Unterhemd, keine Stiefel, ich wähle die Plateau-Sandaletten. Meine schwarzen Klamotten kaufe ich nicht in Szene-Läden, meine schwarzen Sachen kaufe ich in Edel-Boutiquen. Ziel ist heute wieder die agra mit den paar Headliner-Bands des Festivals, vielleicht schaffe ich zwei oder drei davon.
Frühstück gibt es in der Innenstadt, die bei den Goths beliebte Brasserie mit dem üppigen Frühstück rund um die Uhr, ich bleibe dort auf der schattigen Außenterrasse vielleicht eine Dreiviertelstunde, bevor ich weiter zum Mittagessen ziehe.
Ramen-Bar, Leipzig
Zwischen Frühstück und Mittagessen liegen vielleicht nur zehn bis fünfzehn Minuten. Meinen Plan, mich nur von Falafel und Salat zu ernähren, habe ich schon nach dem zweiten Tag verworfen, ich will zu der Ramen-Bar, die ich hier, versteckt in einer Seitengasse, mal entdeckt habe. Diese beiden japanisch angehauchten Bars gibt es, soweit ich weiß, nur in Dresden und Leipzig. Ich stelle wieder ein Bilderrätsel im Stil der Arte-Sendung „Karambolage“ auf mein Messenger-Profil, ohne nicht wirklich eine Lösung für das Rätsel zu geben. Der Kellner kommt. Ich bestelle die Schüssel Reis mit Tofu und Gemüse … und ich hatte gerade erst gefrühstückt.
Neue Sonnenbrille / WGT 2026 / Alter 44
An meinem Tisch im Außenbereich, ich lese meine Messenger-Nachrichten, ob ich meinen Freund dieses Wochenende noch treffen werde? Ich ziehe mich zurück von ihm. Eine andere Bekanntschaft schreibt mir, der von dem Biker-Treffen, er würde sogar bis nach Leipzig fahren, um mich diese Nacht zu treffen … bloß nicht. Ich will niemanden treffen. Der eine, den ich letztes Jahr hier kennengelernt habe und mit dem ich die Nummern ausgetauscht habe, er wird auf mein online gestelltes Bilderrätsel aufmerksam – ich bin auch gerade in Leipzig. Ich habe mich nicht angekündigt, ich habe ihm nicht geschrieben, er wäre sowieso gerade nicht in der Lage … so viele Männer und da kommt noch einer.
Wieder zurück im Hotel, sonntags haben keine Geschäfte offen, ich kaufe mir alle Wasserflaschen gegenüber an der Tanke. Zurück im Bad, mich ausgehfertig machen, noch einmal duschen, Make-up, Kajal, Parfüm. Das Kleid behalte ich an, ich ziehe die neue, schwarze Leopard-Strumpfhose über meine rasierten Beine, zusammen mit den Schnürstiefeln mit den hohen Absätzen und den lila Schnürsenkeln, geben sie einen hübschen Kontrast. Meine Lederjacke nehme ich für den Abend und die Nacht mit, nachts wird es doch noch spürbar kälter.
Ich fahre wieder zur agra, die große Messehalle mit der Konzertbühne, „Clan Of Xymox“ spielen gerade ihr letztes Stück, die hätte ich eigentlich sehen wollen.
Für die nächste Band, „She Past Away“, wird die Halle voller. Ich traue mich, ich muss nicht am hintersten Eingang, nach Luft schnappend, das Konzert verfolgen, ich will zu meinem Stammplatz an der Säule vorne links von der Bühne und die Band live erleben. Und sie spielen. So weit ich das richtig verstanden habe, haben sie zwar ein neues Album, aber das ist schon seit zwei Konzerten auf ihrer Tour ausverkauft, schade.
Nach dem Auftritt bin ich wieder draußen in dem abgesperrten Chill-out-Bereich. Es ist dunkel geworden, ich suche einen Sitzplatz zwischen den paar Bierbänken.
„Ist hier noch etwas frei?“, ich werde ignoriert, ich kenne die Situation und das Gefühl seit meiner Jugend und wende mich ab.
„Baum ist mein Freund“, ich mag Bäume mehr als Menschen, lehne ich mich lieber an den Baum neben den Bänken, der gibt mir Kraft und Halt.
Ich spreche mit ihm, soll ich einen von meinen Männern daten? Nein, natürlich nicht. Keiner von denen ist ein Baum, sie geben dir keinen Halt.
„Danke, Baum“, ich verabschiede mich mit Handauflegen.
Die nächste Band, bleibe ich, gehe ich? Ich wollte sie schon mal live sehen: „London After Midnight“. Die ersten Stücke stehe ich noch an der Getränkebar oder draußen, nach ein paar Stücken zieht es mich rein und die Erinnerung kommt zurück, Musiktitel, die mir vertraut sind, bei denen ich noch die Ahnung habe, dass das diese Band gewesen sein könnte – sie waren Teil meines Einstieges in die Gothic-Szene. Gothic-Radio-Dot-Com – der Ethereal- und Gothic-Channel, damals 2001/2002, als moonlayhidden alias morgana81 entstand.
Die nächste Band, alle verlassen fluchtartig die Konzerthalle, es kommt zu einem Stau an der großen Ausgangstür zu dem Verbinder der beiden Messehallen. Die Band will keiner sehen und die, die es doch tun, verheimlichen es.
Ich fahre mit der Straßenbahn zurück zum Werk 2, dort ist diese Nacht der Marathon, aber ich merke es schon an meinem Körper, ich bin so übermüdet, ich zucke ständig zusammen und schlafe auf der Sitzbank draußen fast ein. Dabei läuft richtig gute Musik auf den beiden Tanzflächen und in der großen Halle zwischen den Verkaufsständen hat wieder das kleine Plattenlabel seinen Stand aufgebaut, natürlich kaufe ich auch hier zwei CDs ein, unter anderem die eine Band, die ich letztes Jahr in Berlin gesehen habe, die mit “der Seefrau und dem Steward“.
Noch eine Flasche Wasser, noch einmal auf das Damenklo.
„Brauchst du ein Pflaster?“
„Nein, nein, es geht schon“, ich habe mir ein Stück Haut am Nagelbett eingerissen. Draußen auf den Bänken habe ich das Blut trocknen lassen.
Lange bleibe ich nicht mehr.
Kurz vor vier Uhr, Straßenbahn und Taxi zurück ins Hotel, mir fehlt der Schlaf. Ende Teil 4 von 6.
[31.05.26 / 02:13]✎ Ich habe nicht so lange geschlafen, wie ich eigentlich wollte, was ist aus mir geworden? Früher die Festivals, nicht vor um sieben Uhr ins Bett, schlafen bis Mittag. Es ist bereits kurz nach zwölf Uhr den Sonnabendmittag und ich stehe wieder an der Straßenbahnhaltestelle an dem Baumarkt, ein paar Fußminuten entfernt von meinem Hotel. Entweder es passiert hier oder es ist schon den letzten Tag passiert: Ich krame meine Sonnenbrille aus meiner Handtasche, setze sie auf – und das rechte Glas fällt raus. Wie konnte denn das passieren! Ich hebe das Glas auf, versuche es noch einmal in den Rahmen einzusetzen und es fällt wieder runter. Spätestens beim zweiten Versuch zerspringt es auf dem Steinboden dieser gepflasterten Straßenbahnhaltestelle. Eine Ecke ist sichtbar abgeplatzt. Ob es auf diese Brille noch Garantie gibt? Die ist doch noch gar nicht so alt, höchstens achtzehn Monate. Ich brauche für dieses Wochenende eine neue Sonnenbrille. Outfit des Tages: „Trad Goth“, der schwarze Lederminirock, die Netztunika vom letzten Halloween, nichts darunter, meine blanke Haut und nur das schwarze BH-Top, die schwarze Baumwoll-Yogahose und wieder die Doc Martens. Konzerte den späten Nachmittag: Deathrock, Post-Punk und Punk.
Ein paar Haltestellen weiter, die Linie, die ich genommen habe, knickt hier ab und fährt nicht direkt zum Hauptbahnhof, sie kommt da zwar an, aber etwas später, ich steige hier aus. Kurze Orientierungsphase … du kennst die Gegend, du hast hier gewohnt, dort ist der Eingang zu der Kaufhalle und weiter hinten der Getränkemarkt. Zwei Flaschen Wasser zum Mitnehmen kaufen. Meine Punker-Lederkutte habe ich über den Arm, anders als den Tag zuvor, werde ich diesen Tag wieder gleich zu den Konzerten fahren.
Zuerst weiter in die Innenstadt von Leipzig und dort bei der heimischen Bäckerkette ein Frühstück bestellen. In dem Flagship-Store haben sie keine Croissants mehr, ich muss mich mit Weißbrot behelfen, vielleicht war es auch Brioche.
Weiter in die gut besuchte Fußgängerzone, die erstbeste Filiale einer Optikerkette anvisieren und dort nach einer neuen Sonnenbrille suchen. Meine alte Sonnenbrille, die von „Polo Ralph Lauren“, habe ich hier auch irgendwo gekauft, einen Hunderter will ich für meine neue Sonnenbrille auch wieder ausgeben. Ich wollte schon immer einmal eine „Ray Ban“.
Der erste Laden, den ich finden kann, natürlich haben sie hier eine große Auswahl an „Ray Ban“ Sonnenbrillen. Ich probiere eine nach der anderen an. Die mit den Kunststoffgestellen sortiere ich nacheinander aus, sie würden sonst mit meiner anderen Markenbrille konkurrieren. Mir gefallen die in dem Metallgestell. Auf den Fotos aus den Achtzigern sieht man sie zusammen mit den Künstlern aus der EBM-Szene, die Goth-Rocker tragen ja lieber die mit dem Kunststoff. Das Metallgestell mit den runden Gläsern? Oktagonal? Mir stehen die mit den ovalen Gläsern, nicht zu eng, nicht zu breit, die ist perfekt, die nehme ich.
„Ich behalte sie gleich auf“, die nette Verkäuferin biegt sie für mich noch zurecht, bevor ich wieder meine Plastekarte über das Terminal schiebe. Das wird ein sehr teures Wochenende, Shopping, Taxis, Essen, Trinken, allein das Hotel und das Ticket haben schon so um die 1100 Euro gekostet, jetzt nach den drei Einkäufen kommen noch einmal 250 Euro oben drauf.
Kurz nach vierzehn Uhr den Nachmittag, noch ein Eis, noch ein Rundgang durch das noch teurere Kaufhaus und wieder weiter mit der Straßenbahn Richtung agra und den Messehallen, ich muss noch in die erste Halle mit dem Verkaufsmarkt. Die Stände mit den schwarzen Klamotten lasse ich links liegen, ich suche nur die Stände mit den alten CDs und Vinylschallplatten. Einen Stand finde ich, ich setze meine Lesebrille auf und filtere mich durch die Reihen mit den Tonträgern und Bandnamen auf Karteikarten. Vier CDs von vier Bands finde ich: „Ataraxia“, die wollte ich diesen Tag eigentlich live sehen, mein Einstieg in die Goth-Szene 2001/2002, „Deep Eynde“, die eine Compilation mit den frühen Aufnahmen, damit ist die Diskografie komplett, „Skeletal Family“, das eine Doppelalbum, ich habe das komplette Batcave-Revival ab 2002 mitgemacht und „XMal Deutschland“, die Band vom letzten Abend, eines ihrer frühen Alben. Und wieder geht ein Fuffi über den Ladentisch, Budget gesprengt, 1400 Euro (und da kommen noch ein paar Taxifahrten).
Wieder zurück mit der Straßenbahn Richtung Südplatz, um dort in einem Bistro etwas zu essen. Am Hauptbahnhof den Mittag habe ich es schon mitbekommen, jemand hat mich im Vorbeigehen als „Drag Queen“ bezeichnet, ich falle auf, halbnackt in meiner Netztunika? Als ich aus dem Bistro kommend, wieder zurück an der Straßenbahnhaltestelle auf die nächste Bahn Richtung Innenstadt warte, zerscheppert plötzlich eine Bierflasche hinter mir, jemand hat sie gezielt aus dem fahrenden Auto geworfen, um die wartenden Menschen an der Straßenbahnhaltestelle zu treffen, hier stehen nur ein paar schwarzgekleidete Goths und ich. Eine der grünen Glasscherben streift einen meiner Doc Martens Stiefel – das nehme ich persönlich. Ich dachte erst, irgendjemandem ist eine Flasche runtergefallen, das hat ein paar Momente gedauert, bis ich realisiert habe, dass das eigentlich ein Angriff war. Mit viel Glück hat es die Scheibe des Straßenbahnwartehäuschens nicht zerstört, an die ich mich mit den Rücken gelehnt habe. Trotzdem, es geht mir noch Tage durch den Kopf, was, wenn sie gezielt auf mich geworfen haben? Es ist nicht unwahrscheinlich, das wäre nicht mein erster Angriff auf mich, das war damals auch eine Straßenbahn. Weiter Richtung Hauptbahnhof und Plagwitz.
Den späten Nachmittag angekommen am Täubchenthal, die erste Band habe ich schon verpasst, für die zweite Band des Abends bin ich aber rechtzeitig da: „Nox Novacula“, US-Deathrock, ich mag die facettenreiche Stimme der Sängerin, die ich zuerst gar nicht als „Sängerin“ eingeordnet habe, so eine Stimme würde ich mir auch gerne trainieren.
Das Täubchenthal, ich mag die Terrasse oben mit Blick auf die Umgebung, die Dächer von Plagwitz. Es sind einige Clubs hier, einige, die es auch schon nicht mehr gibt. Diesen Abend bleibe ich weiter hier oben und schaue mir alle Bands, wieder zurück im Inneren der kleinen Halle, von der Empore von oben aus an, auch wenn ich meistens nichts sehe, weil alle vor mir am Geländer stehen. Die nächste Band: „Altar De Fey“, die kenne ich gar nicht, die sind ja auch nicht aus Los Angeles, die sind aus San Francisco.
Die nächste Band, der Stil wechselt von Cali-Deathrock auf French Post-Punk: „Frustration“, ich habe alle ihre Alben, bin dabei, seitdem sie ihre ersten Konzerte in Deutschland spielen, ich habe sogar ein T-Shirt, nur leider liegt das weit hinten begraben im Schrank mit den anderen, alten Band-T-Shirts aus einer Zeit, als ich noch sehr weite und viel zu große T-Shirts getragen habe. Die Bandmitglieder entwickeln auch so langsam ihre grauen Haare, aber verglichen mit der nächsten Band, sind sie die jungen Fans.
Der Headliner des Abends: „UK Decay“, die muss ich schon ein oder zweimal live gesehen haben, vielleicht in Berlin, vielleicht hier in Leipzig. Der eine Bassist, vor über zehn oder fünfzehn Jahren sah er noch nicht so grau aus und er hatte eine schwarz-weiße Lederjacke an, sofern sich meine Erinnerung nicht wieder täuscht. Jetzt der Auftritt, sie haben ihre Fans. Mein Blick von oben auf die tanzende Publikumsmenge. Der eine Punk ist weg, der die Bands zuvor, noch wie eine Dampfwalze den Pogo angeführt hat, den hätte ich jetzt hier erwartet.
Mitternacht, so ungefähr, wieder draußen vor dem Täubchenthal, fährt hier um diese Uhrzeit noch eine Straßenbahn? Die Haltestelle ist voller schwarzer Menschen, die Anzeigetafel zeigt eine einstellige Minutenzahl, hinter mir höre ich es schon über die Gleise scheppern. Jetzt renn! Das schaffe ich noch! Wer weiß, wann die nächste hier fährt und den Bus, der hier angeblich direkt zum Connewitzer Kreuz fahren soll, finde ich hier auch nicht.
Als ich das Connewitzer Kreuz erreiche, ist es noch keine ein Uhr, ich muss noch etwas warten und wieder draußen eine Limo trinken, die mit Banane, Mango, Maracuja? Irgendetwas Fruchtiges, was sonst keiner trinkt, was er billig eingekauft hat.
Wieder drinnen im Werk 2, ich sehe tatsächlich auch mal ein paar Bands hier. In der kleinen Halle spielt eine ihre letzten Stücke, bevor hier die Party anfängt. Ich wechsele in die große Halle, tanze dort kurz, bis ich merke, auch hier fängt jetzt eine Band an, zu spielen und die sind ziemlich gut, lokale Band? Aus Leipzig?
Mehr Menschen, mehr Besucher, habe ich mich damals über die Leute geärgert, die ab um ein Uhr nachts die Partys fluten, gehöre ich jetzt selbst dazu. Wieder tanzen, an der Bar ein Wasser bestellen, meine Lederhandtasche mitsamt den am Nachmittag gekauften CDs an der Garderobe lassen, Flyer sammeln, zwischen den Hallen wechseln, manchmal einen Sitzplatz finden.
Zwischen drei und vier Uhr nachts, erst die Straßenbahn, es fährt doch eine, Richtung Hauptbahnhof und von dort aus mit dem Taxi zurück zum Hotel. Der Himmel wird von Morgen zu Morgen immer bläulicher und die Vögel fangen schon früh an, zu piepen. Ende Teil 3 von 6.
[31.05.26 / 02:12]✎ Der Freitag, das Viktorianische Picknick im Clara-Zetkin-Park, ich bin schon den Vormittag wach – was ich jetzt noch nicht wissen kann – ich werde so ziemlich jede Nacht, beziehungsweise frühen Morgen, dieses Festival-Wochenendes nicht mehr als fünf Stunden schlafen. Ich mache mich ausgehbereit: „Victorian Goth“, das schwarze, viktorianische Kleid, langärmlig und mit Spitze, die schwarze Dirndl-Schürze, das It-Piece, meine Stiefeletten im viktorianischen Stil und der Tragekorb, mit Karo-Handtuch, Kuchengabel und mein Thermo-Kaffeebecher, den zum Zudrehen.
Gegen Mittag mit der Straßenbahn vom Hotel aus, Richtung Hauptbahnhof – doch zuerst, ein Frühstück in dem Bäcker / Café an der Ecke in Eutritzsch, wo ich früher mal gewohnt habe, das waren noch Zeiten, mit meiner schönen Dachbodenwohnung. Kuchen kaufen, es ist Rhabarbersaison und ein Stück Eierschecke, Leipziger Art, muss auch jedes Jahr sein. Draußen beim Frühstück gibt es leider keine Croissants mehr, dafür bin ich zu spät, um zwölf Uhr Mittag.
Weiter mit meinem bepackten Picknickkörbchen in die Leipziger Innenstadt.
„Keinen Dekoschirm, ein echter Schattenschirm“, ich will den da.
Ich bin wieder in dem Laden von gestern, dieses Mal ist es mir egal, dass der Schirm nicht einklappbar ist, den brauche ich auch nur für das Viktorianische Picknick in dem Park. Mit jedem Tag wird es jetzt sonniger und wärmer. Den schwarzen Schirm, den ich jetzt kaufe, bringe ich nachher sowieso wieder zurück ins Hotel, spätestens wenn ich die Stiefeletten gegen ein Paar Absatzlose tausche.
Weiter mit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof aus in Richtung des Parks und dem kleinen Flüsschen und dem vielen Grün. Wenn ich früh genug da bin, sind da auch noch nicht so viele.
Ich fahre ewig mit der Straßenbahn. Haltestellen, Baustellen. Irgendwann bin ich die Einzige in so einem markanten, historischen Outfit in der Straßenbahn. Irgendwann merke ich, ich bin viel zu weit, meine Haltestelle hätte schon längst gewesen sein müssen … sitze ich in der falschen Linie? So viel dunkle Ortskenntnis habe ich noch, das ist hier schon fast Plagwitz, ich muss aussteigen und noch ein paar Haltestellen zurückfahren und noch mindestens zweimal umsteigen, bis ich wieder auf der richtigen Spur bin. Angekommen an der vertrauten Haltestelle am Park – so viele Menschen. Es ist schönstes Wetter und alleine bin ich schon lange nicht mehr.
Ich schiebe mich mit den Parkbesuchern mit, viele in historischen Outfits, nicht wenige Damen mit Sonnenschirm. Ich falte meinen auch auf.
Ich nähere mich dieses Jahr von der See-abgewandten Seite, ein obligatorisches Begrüßungsfoto, ich bin wieder da. Dieses Jahr wird es schwierig, einen schattigen Sitzplatz zu finden. Ich gehe auf die andere Seite des großen Sees, hinein auf die Wiese, zu Hunderten, zu Tausenden, die Besucher mit ihren Fotokameras, die Schwarzen und die Skurrilen. Auch hier ist mir zu viel Trubel, ich will an das eine Ufer, wo ich letztes Jahr die Enten fotografiert habe. Die Enten sind immer noch da – und sogar ein freier Platz unter einem Baum. Hier lasse ich mich nieder und breite mein Picknick aus.
Das kleine, blau-karierte Handtuch dient mir als Picknickdecke, meinen Kaffee habe ich griffbereit. Die Menschen beobachten, die Enten beobachten. Irgendwann ist es kurz vor fünfzehn Uhr und ich will nicht mehr mit dem Kuchen warten. Ein Stück nach dem anderen spieße ich mit meiner kleinen Kuchengabel auf. Die Minuten danach sitze ich noch mit aufgeklappten Sonnenschirm auf der Schulter unter meinem Baum, bevor ich mich wieder aufrappele, um zu gehen. Der Platz unter dem Baum am Ufer des Sees wird gleich von den Nächsten entdeckt.
Mit der Straßenbahn wieder zurück ins Hotel. Es ist warm geworden, die Sonnencreme im Gesicht – und der ganze, schwarze Kajal sind mir schon längst zerlaufen. Eine Dusche, neues Make-up, orientalisches Parfüm und Patchouli und ich bin bereit, gewechselt auf die flachen Doc Martens, wieder in Richtung Festival zu fahren. Das Kleid mit Perlenkette behalte ich an, die schwarze Netzstrumpfhose mit dem Rosenmuster auch, die Schürze nicht, drüber die Lederjacke. Ich will in Richtung agra in Markleeberg, dem Hauptort des WGT, dort spielen diesen Abend ein paar Bands – wenn ich diese gesehen habe, wenn ich es da durch den Einlass geschafft habe, dann hat sich das Ticket für 180 Euro schon gelohnt.
Von der Straßenbahnhaltestelle irgendwo im Norden von Leipzig an einem Baumarkt, Richtung Innenstadt und weiter in den Süden. An der Haltestelle Südplatz steige ich aus. Ich habe die Idee, mich dieses Wochenende nur von vegetarischen Döner- und Falafelteller zu ernähren. Der erste Imbiss ist meiner, an den Sitzbänken im Innenraum erkenne ich, ich war hier schon einige Male.
Wenig später, vielleicht eine Stunde, es ist so gegen neunzehn Uhr, ich steige an der Haltestelle an der agra aus. Die agra – keine Ahnung, wann war ich das letzte Mal hier, 2013? Irgendwie hat sich überhaupt nichts verändert, vielleicht sind die Einlasskontrollen jetzt etwas strenger, vielleicht gibt es mehr Imbissbuden, vielleicht haben sich die Zelt- und Wohnmobilstellplätze in Bereiche ausgedehnt, in denen sie vorher noch nicht waren. Die beiden großen Messehallen stehen noch genauso da, wie eh und je. Als wäre ich nie weg gewesen, ich laufe an der ersten Halle vorbei, ich laufe an der zweiten Halle vorbei, der Einlass zu der Halle mit der Konzertbühne ist immer noch ganz hinten. Aber eine Schlange ist hier nicht, ich hätte eine erwartet.
Es gibt eine neue Schlange, eigentlich gleich vier. Nach der zweiten Einlasskontrolle, durch die Halle mit der Bühne, die da steht, wo sie immer schon stand, die nächste Tür wieder raus auf dem abgesperrten Bereich mit den zwei Toilettencontainer … für ein paar tausend Konzertbesucher. Die eine Stunde, die ich vielleicht gefühlt draußen erwartet hätte, stehe ich jetzt in einer der beiden Reihen für die Damenklos.
„Verdammt, es gibt kein Klopapier und keine Seife mehr“, nach meinem Toilettengang versuche ich es bei den Männern.
„Nicht vordrängeln.“
„Ich brauche nur etwas Seife, habt ihr hier noch Seife?“, bis zum Spender im Inneren des Containers komme ich, „Verdammt, hier gibt es ja auch keine Seife!“
„Netter Versuch. Aber war eine gute Idee, es einmal bei den Männer zu probieren – der wahrscheinlichsten Stelle, an der noch etwas Seife zu finden gewesen wäre.“
Nein, auch hier nicht. Was für die Männer spricht.
Wieder drinnen, in der Gluthitze sind die agra-Messehallen ein Aquarium, Schweiß fließt in Strömen. Entweder habe ich das vergessen, oder es ist diese Jahr besonders stickig. Ich positioniere mich in der Nähe der Ausgänge. Ich habe einen kleinen Fächer dabei, der ist neu.
Erstes Konzert, auf das ich warte: „Kim Wilde“, genau die aus den Achtzigern und sie spielt ihre Hits und die Menge geht mit. Vollkommen falsch auf einem Gothic-Festival? Wir lieben sie.
Die nächste Band, der nächste Becher Wasser für vielleicht vier Euro, es dauert einige Zeit, die Umbaupause auf der großen Bühne, der Ansager, gleich kommt etwas ganz Besonderes … ich wollte die schon immer mal live sehen, die Tickets für ihre Konzerte kosten sonst auch schon eine ganze Menge Geld: „Einstürzende Neubauten“ … Wow. Da steht er, da oben, da ist er, der Blixa. Die anderen beiden kenne ich schon, N. U. Unruh und das legendäre Trommelkonzert 2012 in Berlin, es gibt Videos davon und ich bin auch da irgendwo zu sehen … und jetzt stehe ich hier und kann die komplette Band einmal live sehen. Wäre da nur nicht diese Stadion-Atmosphäre. Es rauscht, bei tausenden Menschen in dieser Halle, wenn nur hunderte davon sich unterhalten … und er singt auch noch diese stillen Songs. Aber die aufgebauten Percussion-Installationen sind richtig gut, ich habe mich näher an die große Bühne herangetraut.
Die nächste Umbaupause, vielleicht bin ich draußen, vielleicht drinnen an einer Getränkebude. Die nächste Band sind „XMal Deutschland“, Standardrepertoire eines jeden Trad Goth und ehemaligen Batcave-Revival-Anhängers. Sie singt auch ihre Songs aus den Achtzigern. Bei Kim Wilde haben das alle erwartet, dass ihre Songs immer gleich klingen und sich niemals verändern dürfen, bei Anja Huwe hätten ihre Songs ruhig etwas mehr modernen Pepp vertragen, aber das darf ich als Trad Goth nicht sagen.
Gegen Mitternacht, in der zweiten Halle ist noch eine Verkaufsmesse, die besuche ich den nächsten Tag. Ich verlasse die Konzerthalle über den Ausgang zu dem Verbinder und den „echten“ Klos. Weiter nach draußen, dem Ausgang des agra-Messegeländes und der Straßenbahnhaltestelle. Mit einer der vollbesetzten Linien zurück zum Connewitzer Kreuz.
Die Einlassschlange vor dem Werk 2 zu dem kleinen Gothic-Festival ist noch kurz, den verbilligten Eintritt nach ihren Konzerten gibt es erst ab ein Uhr nachts. Wieder setze ich mich auf die Wiese draußen an einem Bistro-Tisch und bestelle mir noch eine Limo bei dem netten Verkäufer mit dem, wahrscheinlich, syrischen Akzent. Den erkenne ich sofort.
Ich hole mein Smartphone aus der Tasche … irgendwelche Nachrichten? Ich prüfe meine Mails, der Newsletter mit den Sicherheitsupdates für Debian-Linux … ich sollte ein Update und ein Upgrade fahren. Jetzt.
Ich öffne die Terminal-App auf meinem Smartphone und schalte mich remote auf meinen Server. Die Befehle hole ich mir mit grep aus der history – das sudo Passwort habe ich noch in der Passwort-Manager-App, der Schlüssel davon liegt in der Cloud, das SSH-Terminal selbst geht über den Pubkey und das Passwort, dass nur in meinem Kopf existiert. Der Server muss nach dem Kernel-Upgrade neu gestartet werden. Ich zähle nach dem shutdown und Restart bis hundertzwanzig … hoffentlich kommt er wieder hoch. Und Login. Glück gehabt, alles läuft, der Webserver, der Mailserver, die Fediverse-Instanz. Mal so eben um ein Uhr nachts auf einer Wiese irgendwo in Connewitz an einem Bistro-Tisch neben einer Bar in einem Anhänger im Laternen- und Mondschein ein paar Befehle in die Shell gehackt und den Server neugestartet. Gleich gehe ich rüber, dann wird die Einlassschlange vor dem Club länger, sobald der verbilligte Preis auf einem halben A4-Blatt an der Abendkassenbretterbude angezeigt wird.
Diese Nacht wird es voller und es sind beide Hallen geöffnet, die kleine in der Nähe des Einganges mit der Bühne und die große Halle mit der zweiten Tanzfläche und einem kleinen DIY-Markt mit einer Handvoll Ständen. Ich tanze noch zwei Stunden, lasse meine Handtasche an der Garderobe, sammle Flyer ein, bin um drei Uhr nochwas wieder draußen und merke, es fährt keine Straßenbahn, dieses Jahr ist anders, die 11 fährt nicht mehr alle paar Minuten, sie macht jetzt Nachtruhe bis um vier.
Ein Taxi und ich bin wenige Minuten vor um vier Uhr wieder vor meinem Hotel. Laufen werde ich dieses Jahr nicht, ich nehme auch nicht den Nachtbus. Ich will noch bevor die Sonne aufgeht ins Bett fallen. Im Bad Make-up entfernen, die große Balkontür aufreißen, kühle Luft in das Zimmer bekommen, die Glastür wieder ankippen, dunkle Vorhänge davor, Nachtcreme Aloe Vera ins Gesicht, Ohropax und meine Schlafmaske. Vielleicht schaffe ich es dieses Mal, etwas länger zu schlafen. Ende Teil 2 von 6.
[31.05.26 / 02:11]✎ Ich habe da meine LibreOffice-Liste, in der ich schon seit Jahren alle meine Kleider notiere, die ich Pfingsten zu Leipzig anhatte, oder noch nie anhatte, oder schon immer mal tragen wollte, oder schon länger nicht mehr mit eingepackt habe. Mein gesamter Bestand im Kleiderschrank ist darin notiert, alle meine schwarzen und weniger schwarzen Kleider, Tops, Hosen, Röcke, Schuhe und Accessoires. Fein sortiert nach Wetterlage und farblich kodiert nach Rubrik und wo im Schrank ich die finde. Auch dieses Jahr plane ich mein Outfit für das Gotik-Treffen zu Pfingsten in Leipzig weit im Voraus.
Was ziehe ich an? Das Wetter weiß ich erst drei Tage vorher, ich habe eine Vorahnung, es könnte warm und sonnig werden. Regenjacke, Wasserfestes, ein kühler Pullover, brauche ich nicht – das spart Platz, ich nehme die kleine, olivgrüne Sporttasche für den Kofferraum im Auto … gleich neben dem obligatorischen Picknickkörbchen für das Viktorianische Picknick den Freitag. Wieder fünf Outfits für fünf Tage: „Everyday Goth“, „Victorian Goth“, „Trad Goth“, „Gucci Goth“ und „Tiki Goth“. Das Übliche, die schwarze Jeans, ein Top, das Authentische, mein viktorianisches Kleid, das schon ganz grau ist, das Traditionelle, mein Ledermini und diesmal die Netztunika, das Edle, das One-Shoulder-Kleid, das andere Spitzenkleid hatte ich ja schon das Wochenende zuvor und das Unübliche, nach 2019, ich will endlich wieder mein schwarz-grün-buntes „Tiki-Kleid“ anziehen, das mit den Kokosnüssen und den Palmenblättern, der Psychobilly-Montag gibt das her, das wird das Outfit!
Alles den Mittwochabend und den Donnerstagvormittag bereitlegen, das war eine gute Idee, den Donnerstag vor dem Festival gleich mit freizunehmen. Schuhe? Wie jedes Jahr, meine große Tragekiste auf dem Beifahrersitz im Auto mit allen meinen Kurz-Stiefeletten, vier Paar, und oben drauf noch die schwarzen Plateau-Sandaletten mit der groben Military-Sohle, die wollte ich schon immer mal zum Gotik-Treffen tragen.
Noch kurz ein Arzttermin und eine Blutabnahme mit Einstichstelle und Pflaster am Arm, damit ich später heroine-chic ausgehen kann, und ich setze mich den frühen Donnerstagnachmittag in mein Auto, die Autobahn Richtung Leipzig, dasselbe Hotel wie eh und je, irgendwo im Norden von Leipzig, neben der mehrspurigen Bundesstraße nahe der Autobahn, mitten im kahlen Industriegebiet im Nirgendwo, zwischen einer Tankstelle und vielen, abgestellten LKWs … genau da.
Mein Freund, schreibe ich ihm eine Nachricht? Wie viele Männer auf meiner Kontaktliste könnte ich das Pfingstwochenende noch daten? Ich schreibe ihm zuerst eine Nachricht, dass ich das Wochenende in Leipzig sein werde und bin schon so hin und weg, dass ich die anderen alle Männer vergesse und keinem von denen weiter schreibe.
Gegen halb fünf den Nachmittag komme ich in dem Hotel an. Mein Auto schiebe ich in die engste Lücke auf dem belegten Parkplatz in dem schäbigen Hinterhof neben den Autowerkstätten. Das Hotel scheint voll zu sein. Den Preis, den ich hier gebucht habe, nahe der Schmerzgrenze, noch teurer und ich kann und will mir das so nicht mehr leisten, da könnte ich auch gleich von zu Hause aus hundertfünfzig Kilometer mit dem Zug pendeln. Einige schwarze Goths begegnen mir schon, als ich unten an der Rezeption einchecke.
Oben in dem Zimmer, im Gang war ich noch froh, wieder vierte Etage, das Penthouse. Ich stehe vor der Tür, Straßenseite, ich mache sie auf – das ist ja nur ein Einzelbett! Wie soll denn mein Freund darin schlafen? Das Bett ist schmaler, oder wirkt vielleicht so, als mein japanisches Ein-Meter-Zwanzig-Bett damals in meiner alten Dachbodenwohnung nicht unweit von hier, im Norden von Leipzig. Es gibt auch nur ein Kopfkissen und ein Handtuch. Zutiefst traurig schreibe ich ihm eine Nachricht, dass das dieses Wochenende wohl nichts werden wird … ich will mein Bett für mich allein.
Alles unten aus dem Auto holen, die Tasche, Korb und Tragekiste mit dem Fahrstuhl nach oben. Keine Zeit für ihn. Eine Dusche nehmen, mich ausgehfertig machen, ich werde nach dem Bändchenholen am Hauptbahnhof nicht wieder hierher zurück kommen und von dort aus gleich die Nacht ausgehen. Outfit für den Donnerstagabend: „Everyday Goth“, die schwarze Jeans, mein schwarzes „Gothic Pogo“ T-Shirt, die schwarze Lederjacke, der Nietengürtel und die Pikes. Als Schmuck habe ich nicht viel mitgenommen, ich trage jeden Tag und jede Nacht dasselbe: der silberne Armreif links, der marokkanische rechts, mein Ring, meine silberne Halskette mit dem Ganesha und … ein Ohrring, der aus Titan. Das Wochenende zuvor, ich habe bestimmt eine Dreiviertelstunde gebraucht, um den da wieder reinzudrücken, aber ich bin überglücklich, dass ich dieses eine Ohrloch noch habe und dass es nach sechs Jahren Unbenutzung immer noch vorhanden und nicht zugewachsen ist. Vielleicht finde ich noch einen schönen Ohrring oder Ohrhänger hier auf den vielen Märkten, den ich als Einzelstück nur auf einer Seite tragen kann … das andere Ohrloch ist ja … verloren.
Weiter mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof, zu den zwei Containern für die Abendkasse und die Bändchenausgabe für das große Gothic-Festival in Leipzig. Das Ticket schon vorab online gekauft – für das andere, kleine Gothic-Festival hier in Connewitz in Leipzig, habe ich dieses Jahr kein Ticket, ich werde dort jeden Abend an der Abendkasse stehen müssen. Hier bei dem großen Festival ist die Schlange für den Abend gar nicht so lang, ich komme schnell durch und habe bald mein blaues Bändchen. Es ist noch früh, alle Geschäfte in Leipzig sind noch offen. Ich könnte noch Einkaufen gehen, eine Shopping-Tour.
Nur ein paar Meter weiter, der erste Laden: „Habt ihr so einen Sonnenschirm, vielleicht mit Teleskop, so zum Ausziehen?“
„Nein“, die Verkäuferin in dem Laden mit dem Pin-up-Girl-Kleidchen schüttelt den Kopf.
„Ach, schade“, und ich weiß, ich komme morgen wieder, ich brauche unbedingt noch einen Sonnenschirm für das Viktorianische Picknick morgen. Ich will so einen Schirm, wie ich ihn jeden Tag auf dem Gemälde vor mir über den Fernseher im Wohnzimmer sehen kann, ein Gemälde aus dem Impressionismus, eine landschaftliche Idylle mit zwei Damen im Gewand Ende des neunzehnten Jahrhunderts, das mir, seitdem es da hängt, als Inspiration gilt.
Weiter hinein in die Leipziger Innenstadt, ein Unterwäscheladen, den BH, den ich hier gekauft habe, habe ich in diesem Moment auch an, ich will wieder so einen, der ist bequem und fässt sich weich an, ich brauche noch einen halterlosen BH für mein schulterfreies Kleid, das Tiki-Kleid ist ein Neckholder und unter dem schwarzen One-Shoulder passt auch kein regulärer BH. Die Verkäuferin hier zeigt mir drei Modelle, ich kann eines davon auswählen. Es muss ein Push-up sein, schwarz, vielleicht mit einem genügend langen Träger, der auch als Neckholder verwendet werden kann. Eine zweite Verkäuferin wird um Rat gefragt, sie verknüpft die beiden Trägergurte des Balconette-Bras so filigran zusammen, dass ich das auch sicher unter meinem Neckholder-Kleid tragen kann.
Wieder raus aus der Umkleidekabine: „Sollen wir die Träger wieder auseinander machen?“
„Bloß nicht, das kriege ich nie wieder so hin!“
Den nehme ich, der passt. Eine Unterhose, mehr Tanga als Slip, nehme ich auch noch passend mit, ein olivgrünes Top, bauchnabelfrei, wollte ich schon immer mal haben und in dem Moment, wie meine EC-Karte über das Terminal gezogen wird, vergesse ich alle meine Vorsätze, das könnte ein sparsames Wochenende werden.
Nächster Halt, die Bar am Marktplatz, für ein Sandwich, bevor ich den Abend mit der Straßenbahn weiter nach Connewitz fahre.
Einlass für den ersten Abend des „Gothic Pogo Festivals“ ist wie gewohnt erst um zweiundzwanzig Uhr. Es ist noch hell und ich bin eine Stunde zu früh da. Die Wiese vor dem Werk 2 am Connewitzer Kreuz, eine Getränkebude, ein Imbiss, viele Tische und Stühle, eine entspannte Atmosphäre, ich bestelle eine Cola und setze mich auch irgendwo hin. Die Zeit bis zum Einlass bekomme ich herum.
Pünktlich zweiundzwanzig Uhr, die Abendkasse wird geöffnet. Für mich nur die rechte Einlasslinie, ich habe kein Ticket und ich bekomme kein zweites Festivalbändchen. Letztes Jahr, ich habe hier fast kein einziges Konzert geschafft, die Konzerte auf dem großen „Wave-Gotik-Treffen“ sind zu wichtig, oder zu sündhaft teuer bezahlt. Dieses Jahr will ich hier nur die Partys mitmachen, die Konzerte schaffe ich gar nicht erst.
Den Donnerstagabend ist nur die kleine Halle offen. Der Stand mit dem veganen Gyros ist draußen schon auf. Das große Vordach, die vielen Bänke und Stühle, die eintreffenden Gäste, Punks, Goths, Trad Goths, Batcave, ich bin zu Hause.
Tanze ich die Nacht zu den ersten Songs? Ich bewege mich nur durch die Halle und die Gänge und sammle fleißig Flyer ein. Der eine rosa Flyer mit der queeren Party hier im Werk 2 blitzt groß mit der Aufschrift „QUEER“ aus meiner hinteren Gesäßtasche hervor, mein persönlicher „Hanky Code“ … vielleicht möchte ich angesprochen werden, vielleicht lebe ich nur wieder mein altes Leben, wie schon zwanzig oder fünfundzwanzig Jahre zuvor. Das erste Mal zu einem Vorläufer von dieser Party war ich 2003 – und seitdem bin ich jedes Jahr dabei und bewege mich in meiner Blase durch die interessanten Menschen.
Der erste Abend, die erste Nacht, ich will es nicht übertreiben, gegen drei Uhr bin ich wieder draußen vor den Straßenbahnhaltestellen und nehme das erste Taxi wieder zurück in mein Hotel.
Schlafen werde ich dieses Jahr mit Ohropax und meiner neuen Schlafmaske. Dass das Zimmer zur Straßenseite geht, stört hier oben in der vierten Etage gar nicht. Die üblichen, dunklen Vorhänge gibt es auch hier. Ende Teil 1 von 6.
[19.05.26 / 23:27]✎ Nadelbehandlung #1 (Haarentfernung #38) – Meine erste Nadelepilation, ich werde bei dem Termin in einen anderen Raum geführt, optisch ist das Gerät nicht mit den mit Licht und Laser zu unterscheiden, nur dass ich auf der Liege keine Schutzbrille mehr tragen muss und von den Lichtblitzen zusammenzucke, ich schließe trotzdem die Augen. Die Behandlerin – die „Epilateuse“ – schiebt die kleine Nadel vorsichtig in die Poren rund um das Kinn in meinem Gesicht, ein gefühlter Wirbelstrom, ein kleiner Schmerz, sie zupft danach die Härchen mit einer Pinzette wieder raus. Ich zähle nicht mit, es sind einige weiße Haare, die da hoffentlich für immer verschwinden.
Die ersten Haare gehen ganz gut, der Kinnbereich wird ausgedehnt über die Wangen, den Hals, die Zone am Mundwinkel. Die Haare tief unten am Kinn, sind hartnäckig, hier muss sie mit der Nadel bis zu dreimal nachstechen und den Stromimpuls setzen, bevor sie das weiße Haar, die letzten fünf Tage einen bis zwei Millimeter wachsen gelassen, mit einem Ruck mit der Pinzette herauszupfen kann. Der Schmerz ist auszuhalten … da bin ich mit meiner „Elektroschock-Therapie“ bei meiner Neurologin, Achse Fußknöchel-Gehirn, stärkeres gewohnt.
Nächster Termin ist in zwei oder drei Wochen, dann wieder der Laser und die vereinzelt noch dunklen Haare, hier kann ich mich wieder rasieren. Die 70 Euro, die wieder von meinem Konto verschwinden, endlich habe ich wieder das Gefühl von damals und den Gedanken, dass sich das Geld und der Schmerz gelohnt hat. Bald kann ich überlegen, mich nicht mehr täglich zu rasieren, das Gesicht und das Kinn bleibt noch bis zum Abend und in den nächsten Morgen hinein, glatt.
Das Wochenende zuvor, eine Familienfeier, mein festliches Outfit, der neue, schwarze Blazer und eines von den schwarzen Kleidern, das optisch am besten zu dem Kurzblazer passt und ich somit nicht das nächste Wochenende zu dem Gotik-Treffen mit nach Leipzig nehmen werde. Warum ist diese Familienfeier so bemerkenswert? Abgesehen davon, dass so eine Feier eines der seltenen Momente ist, meinen gesamten Diamantschmuck zu tragen, das komplette Ensemble von Ring, Halskette und Ohrring – ja, ich habe immer noch ein vorhandenes Ohrloch, sechs Jahre ungenutzt – es sind die alten Damchens, Omas und Tanten, ich kann mir ihre fröhlichen Gesichter ansehen … und sie sind voller Haare, ein Flaum an weißen, feinen Haaren. Das ist vollkommen normal für eine ältere Frau. Ich falle da mit meinen, vielleicht fünf bis zehn weißen Härchen überhaupt nicht auf.
Wiederum zu etwas vollkommen, vollkommen anderem, der Sonntag nach der Feier, wieder zurück zu Hause, es ist IDAHOBIT und ich schiebe mein Motorrad aus der Garage und fahre zu der Kundgebung auf dem einen Rathausplatz in der Kleinstadt in dem benachbarten Landkreis, Kaffee trinken und Eis essen, mir die Leute ansehen. Ich träume davon, dass es in meiner Kleinstadt, tief in der sachsen-anhaltinischen Provinz, auch einmal ein CSD geben wird. Realistisch gesehen, werde ich mich aber weiterhin immer mehr verstecken müssen und mein offizielles Leben, so weit es geht, „deep stealth“ fortführen. Kein verräterischer Bartschatten, nicht mal eine Spur davon!
das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele
Morgana LaGoth: Mail-Adresse steht oben bei "kontakt" - bei weiteren Fragen, gerne.
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele
Morgana LaGoth: Da liest sich tatsächlich jemand alles durch? Das ist mittlerweile schon ein kompletter Roman mit mehreren hundert Seiten! Danke dir, für deinen Kommentar (und die aufgebrachte Zeit).
vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea
Morgana LaGoth: Ich wünsche dir für deine Operation viel Glück. (Sollte der Koch nicht gewechselt haben, das Essen da in der Klinik ist richtig gut!)
[14.11.17 / 20:13]Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.
Kommentar:
[05.12.22 / 17:34] Daniele1992: Hallo Morgana
Mail ist heute rausgegangen
LG Daniele
[13.11.22 / 09:33] Daniele1992: Hallo Morgana
aktuell keine schöne Situation. Ich schreibe Dir noch eine Mail dazu.
LG Daniele
[13.05.22 / 09:15] Daniele1992: Hallo Morgana,
Tolle Reisebericht von Deiner neusten Reise nach Paris. Macht grosse Lust auch wieder dort hinzufahren um sich von der Stadt inspirieren zu lassen.
Tolle Neuigkeiten.NeuerJob. Klasse! Freue mich für Dich.
Liebe Grüße
Daniele
[24.12.21 / 20:55] Daniele1992: Hallo Morgana,
Ich denke an Dich und wünsche Dir frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2022.
Liebe Grüße
Daniele
[25.09.21 / 14:59] Daniele1992: Hallo,
eine Chance etwas Neues zu machen. Neue Perspektiven. Urlaubsträume, die bald real werden können. Nicht so schlecht. Freue mich für Dich. LG Daniele.
[11.11.20 / 09:12] Daniele1992: Hallo Morgana
Ich habe Dir eine Mail geschickt.
Lg
Daniele
[30.07.20 / 22:03] Daniele1992: Guten Abend
das habe ich sehr gerne gemacht. Zum Einen interessiert mich das Thema und zum Anderen hast Du wirklich sehr lebendig und spannend geschrieben. Da wollte ich Alles lesen und wollte Dir schreiben, das mir Dein Blog besonders gut gefallen hat (Die eigentliche Arbeit hattest Du ja mit dem Verfassen des Blogs). Wenn Du magst können wir den Kontakt gerne per Mail halten. Viele Grüße Daniele
[30.07.20 / 12:44] Daniele1992: Guten Morgen,
vielen Dank für Deinen tollen Blog. Ich habe ihn in den letzten Wochen komplett gelesen. Meistens konnte ich gar nicht aufhören zu lesen. Fast wie bei einem sehr spannenden Roman. Ich habe dabei Deine genauen Beobachtungen und Beschreibungen sehr genossen. Deine vielen Ausflüge in die Clubs und zu den Festivals oder Deine Streifzüge d durch die Geschäfte beschreibst Du immer aus Deiner Sicht sehr anschaulich und spannend. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, das alleine zu erleben, häufig auch mit einer gewissen Distanz. Ich kenne ich von mir sehr gut. Highlights sind Deine Reiseberichte. Deine Erlebnisse an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt. Vielen Dank dafür. Vielen Dank auch das Du Deinen Weg zu Deinem waren Geschlecht mit uns Lesern teilst. Deinen Weg Deine Gefühle Deine zeitweisen Zweifel. Das ist sehr wertvoll auch für uns Andere, denn es ist authentisch und sehr selten. Du bist einem dadurch sehr vertraut geworden. Für mich ist eine gefühlte grosse Nähe dadurch entstanden. Umso mehr schmerzt es mich von Deinen Rückschlägen zu lesen. Von Deinem Kampf zu Deinem wahren Ich. Von Deinem Kampf umd Liebe, Zährlichkeit und Akzepzanz und Anerkenung. Von Deiem mitunter verzweifeltem Kampf nach Liebe und Anerkennung durch Deinen Exfreund. Leider vergeblich. Dein Kampf um wirtschaftliche Unabhängigkeit und Deine aktuell missliche Lage. Ich glaube dass Du nicht gescheitert bist. Du hast viel Mumm und Hardnäckigkeit bewiesen Deinen Gang zu Dir selbst zu gehen. Du hast auch einen guten Beruf der immer noch sehr gefragt ist. Vielleicht kann ja nach dieser Auszeit und etwas Abstand ein Neuanfang in einer anderen Firma, wo Du keine Vergangenheit als Mann hattest gelingen. Ich wünsche das Dir ein Neuanfang gelingt und drücke Dir ganz fest die Daumen. Daniele
[05.10.19 / 17:11] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
bin 5 T post all-in-one-FzF-OP. Deine guten Wünsche haben geholfen. Der Koch ist immernoch noch super. Alle hier sind herzlich und nehmen sich Zeit.
Herzlich
Drea
[14.06.19 / 12:57] Drea Doria: Meine liebe Morgana,
vielen Dank für Deine offenen und kritischen Erlebnisberichte. Ich bin in 3 Monaten in Sanssouci zur FzF-OP. Ich denke auch, was kann schon schief gehen, status quo geht nicht und irgendwas besseres wird wohl resultieren. Wenn es Dich interessiert, halte ich Dich informiert. Drücke mir die Daumen.
Herzlich
Drea
[14.11.17 / 20:13] Morgana LaGoth: Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion: Die Seitenbetreiberin behält sich das Recht vor, jeden Kommentar, dessen Inhalt rassistisch, sexistisch, homophob, transphob, ausländerfeindlich oder sonstwie gegen eine Minderheit beleidigend und diskriminierend ist, zu zensieren, zu kürzen, zu löschen oder gar nicht erst freizuschalten. Werbung und Spam (sofern die Seitenbetreiberin dafür nicht empfänglich ist) wird nicht toleriert. Personenbezogene Daten (Anschrift, Telefonnummer) werden vor der Veröffentlichung unkenntlich gemacht.
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